Montag, 21. April 2003

Ende der Illusionen für die Ferrari-Konkurrenz?

  • Schumachers Rückkehr zur Dominanz kam nicht überraschend
  • Neuer Bolide kommt in Barcelona zum Einsatz

Unter traurigen Umständen hat Michael Schumacher am Ostersonntag in Imola den Formel 1-GP von San Marino gewonnen. Wenige Stunden nach dem Tod seiner Mutter hat der fünffache Formel-1-Weltmeister damit seine über das ganze Wochenende gehende Dominanz mit dem 65. GP-Sieg gekrönt und seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Für die Ferrari-Konkurrenz stellt sich notgedrungen die Frage, ob das nun schon das Ende aller Illusionen war.

Australien, Malaysia, Brasilien - in den ersten drei Rennen hatte Michael Schumacher den schlechtesten Saisonstart seiner Karriere verzeichnet, doch mit der Rückkehr der Formel 1 nach Europa scheint sich das Blatt - wie von vielen Experten erwartet - gewendet zu haben. Bestzeit am Freitag, Pole am Samstag und am Sonntag schnellste Rennrunde sowie souveräner Sieg. Und hätte nicht ein verpatzter Boxenstopp wieder einmal Rubens Barrichello gebremst, es hätte wohl ein Ferrari-Double gegeben.

Mosley prophezeite Ferrari-Dominanz
FIA-Chef Max Mosley hatte schon vor dem Wochenende prophezeit, dass Ferrari mit Imola wieder seine ursprüngliche Dominanz erlangen werde und er hatte zumindest in diesem Fall mehr als Recht. Auch punkto Langeweile, denn nachdem der angekündigte Regen ausblieb, passierten mit zwei Ausnahmen die Überholmanöver praktisch ausschließlich an den Boxen.

Neuer roter Bolide in Barcelona am Start
Beim letzten Auftritt war der "alte" Ferrari jedenfalls eine Klasse für sich und schon in zwei Wochen in Barcelona wird mit dem F2003-GA der neue Superbolide erstmals an den Start geschickt, in vier Wochen wird er dann auch auf dem A1-Ring zu sehen sein. "Der Saisonbeginn war schwieriger als erwartet. Hoffen wir, dass die nächsten zwölf Grand Prix' ähnlich wie jener von San Marino verlaufen", lautete die verständliche Hoffnung von Ferrari-Teamchef Jean Todt.

Räikkönen hält Schumacher noch auf Distanz
Die Ferrari-Rivalen müssen die Situation offenbar neu überdenken. Auch wenn der erstaunliche Kimi Räikkönen, der mit einer klugen McLaren-Taktik Zweiter wurde und damit in allen vier GP's aufs Podest gefahren ist, in der WM nur zwei Punkte auf Schumacher verlor und mit 32 Zählern weiterhin klarer WM-Leader vor seinem Teamkollegen David Coulthard (19) ist. Bei den "Silbernen" wird der Einsatz des neuen MP4-18 jedenfalls noch auf sich warten lassen. "Nicht vor Kanada, nicht später als Silverstone", meinte Ron Dennis.

21.4.2003 14:53
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts