Junge Löwen kämpfen um den Klassenerhalt
- Zehn Jahre A-WM, ein Ziel: Verbleib in der Elite
- Nur fünf Spieler sind über 30 Jahre alt
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Erstmals seit der B-WM 1979 in Rumänien geht das rot-weiß-rote Nationalteam mit einem österreichischen Teamchef in eine Eishockey-Weltmeisterschaft. Herbert Pöck folgte Ron Kennedy nach, das große Ziel ist das selbe geblieben: Der Klassenerhalt. Österreich trifft bei der 67. WM in der Gruppe D in Helsinki auf Gastgeber Finnland (Samstag), Olympiasieger Tschechien (Montag) und Slowenien (Dienstag, jeweils 19:00). Die Partie gegen die Slowenen ist die Schlüsselpartie. Schafft das ÖEHV-Team bei der zehnten A-WM-Teilnahme mit einem Sieg den Einzug in die Zwischenrunde, wollen die Österreicher nach einem Platz im Viertelfinale greifen.
Pöck hat die Verjüngung der Mannschaft fortgesetzt. Der Kärntner geht mit nur fünf Spielern über 30 Jahren (Doyle/39, H. Hohenberger/34, Perthaler/34, Dalpiaz/31, Salfi/31) in sein erstes großes Turnier als Teamchef, was mit Blick auf die Heim-WM 2005 in Wien und Innsbruck erfreulich stimmt. Mit der jungen Truppe will er den Abstand zur Spitze verkürzen und das Ticket für die WM 2004 in Tschechien lösen.
Oberste Priorität: Klassenerhalt
"Das oberste Ziel ist der Verbleib in der A-Gruppe", sagt Pöck. Ein Sieg gegen Slowenien, das im Vorjahr erst dank eines starken Finish nach 1:3-Rückstand noch 5:3 besiegt wurde, ist dafür fast Pflicht. "In der Relegation müsste man drei Spiele gewinnen, das ist sicher schwerer als diese eine Partie gegen Slowenien. Wir haben die besseren Spieler", gibt sich der Teamchef zuversichtlich.
Sieg über Slowenien gefordert
Aber Pöck fordert mehr als nur einen Sieg gegen Slowenien. "Wir wollen den nächsten Schritt nach vorne machen, mehr mitspielen. Die Resultate im Vorjahr waren gut, wir haben gegen die großen Mannschaften viele Tore geschossen. Aber das erste Drittel war immer eine Katastrophe. Wir wollen mit einem guten Ergebnis, minus eins oder minus zwei, ins letzte Drittel gehen, wer weiß, was dann passiert. Zwischen einem 1:1 und einem 0:10 ist aber nicht viel Unterschied. Wenn du nur ein bisschen nachgibst, bekommst du zehn Tore", erklärte der 126-fache Teamspieler.
Gegen Titelanwärter Finnland wird es schwer
Volle Konzentration ist daher gegen Finnland und Tschechien, zwei der großen Turnierfavoriten, angesagt. Die von den Superstars Saku Koivu und Teemu Selänne angeführten Finnen sind vor eigenem Publikum auf den zweiten WM-Titel nach 1995 fixiert. Und gegen Tschechien sah Österreich stets schlecht aus. "Wir haben eine kompakte Mannschaft, sind läuferisch und technisch sehr nahe zur Spitze gekommen. Aber im Spiel eins gegen eins fehlt uns noch viel. Wenn einer wie Jagr oder Selänne drei Spieler stehen lässt, ist das die Überlegenheit der Superstars", sagt Pöck.
Zweites Etappenziel: Viertelfinale
Gelingt Österreich im ersten Versuch der Klassenerhalt, werden die Ziele jedenfalls gleich neu definiert. Der Einzug ins Viertelfinale wäre dann die Motivation. Die Konstellation dafür ist günstig. Österreich würde in der Zwischenrunde auf die Aufsteiger der Gruppe A treffen. Neben Weltmeister Slowakei wären dann voraussichtlich Deutschland und die Ukraine die Gegner, und damit Mannschaften, die an guten Tagen in Reichweite liegen. Für den Einzug in die k.o-Runde der besten acht Teams müssten die Österreicher allerdings beide schlagen.
Neuer Assistant-Coach für das Team
Neben einem neuen Teamchef und zumindest drei WM-Neulingen gibt es weitere Änderungen in der ÖEHV-Delegation. Als Nachfolger von Greg Holst ist der künftige KAC-Trainer Jorma Siitarinen, ein Finne, der neue Assistant-Coach. Der bisherige KAC-Trainer Lars Bergström fungiert als Spiele-Beobachter. Meister-Manager Helmut Keckeis (Linz) ist unverändert für Statistik und Video zuständig.
Supertalent Vanek leider nicht mit dabei
Neben Spielern, die aus fehlender Motivation nicht dabei sind, erhielt Pöck Absagen von NHL-Torhüter Reinhard Divis, Rekord-Teamspieler Martin Ulrich (beide verletzt), Günther Lanzinger und Wolfgang Kromp (aus beruflichen Gründen) sowie Super-Talent Thomas Vanek, der aus schulischen Gründen (Prüfungen an der University of Minnesota) passte.
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