Dienstag, 22. April 2003

UNICEF in Bagdad: "Es ist die Hölle"

  • Mitarbeiter berichteten von katastrophalen Zuständen

UNICEF-Mitarbeiter berichteten von katastrophalen Zuständen in Bagdad. "Es ist die Hölle", sagte Hatim George, der Büroleiter der Organisation in der irakischen Hauptstadt. Die Spitäler bräuchten dringend Trinkwasser, Strom, Medikamente und medizinische Ausrüstung. Da es keine Müllabfuhr gibt, türme sich auch außerhalb der Krankenhäuser der Abfall, darunter blutiges Verbandsmaterial und sogar amputierte Gliedmaßen.

Im Central Child Spital westlich des Tigris starben bereits so viele Menschen, dass die Leichen im Garten des Krankenhauses vergraben wurden, zehn Prozent davon waren Kinder, so UNICEF in einer Aussendung. 2.000 Menschen werden täglich hier eingeliefert, 90 Prozent aller Patienten leiden zusätzlich an schweren Durchfallerkrankungen.

In Safwan im Südirak öffneten wieder acht Schulen ihre Tore. UNICEF lieferte dafür 40 Schulkisten für insgesamt 3.200 Kinder und 80 Lehrer.

Konvois der Organisation in den Südirak gingen verstärkt weiter. Neben Trinkwasser wurden in den vergangenen Tagen Wasserpumpen, elf Tonnen medizinische Hilfsgüter und sechs Tonnen Proteinkekse nach Umm Qasr, Zubayr, Safwan und Basra geliefert. "In vielen Gebieten sind die Zustände noch immer chaotisch. Die Besatzungstruppen müssen überall den Zugang für die Hilfsorganisationen sicherstellen. Nur so können wir Kinderleben retten", sagte Sylvia Trsek von UNICEF Österreich.

SERVICE: UNICEF Österreich bittet dringend um Spenden für die Kinder im Irak unter dem Spendenkonto PSK 15 16 500, BLZ 60.000, Stichwort: Kinder Irak, sowie im Internet unter der Homepage http://www.unicef.at/spende)

22.4.2003 12:02