Montag, 21. April 2003

Plünderer räumen Bank in Bagdad aus und legen Feuer

  • Polizei wartete zur Sicherheit auf US-Soldaten

Plünderer haben am Montag am hellichten Tag die letzten Goldvorräte aus einer staatlichen Bank in der irakischen Hauptstadt Bagdad gestohlen. Die irakischen Polizisten kamen zu spät - und überließen es zur Sicherheit der US-Armee, das Gebäude zu sichern.

Ein Mitarbeiter der Filiale der El-Rafidein-Bank in der Nähe des Journalisten-Hotels "Palestine" sagte nach dem Überfall, er selbst habe 160 Millionen US-Dollar aus der Bank retten können. Zu den bewaffneten Plünderern, die am Montag die Gold-Einlagen gestohlen hätten, habe wahrscheinlich auch einer seiner früheren Kollegen gehört, der die Sicherheitsvorkehrungen der Bank gekannt habe. Die Plünderer legten vor ihrer Flucht Feuer in der Bank.

Als eine Gruppe der von den Amerikanern wieder eingestellten irakischen Polizisten bei der Bank eintraf, waren die Täter schon verschwunden. Da sich die Polizei aber zunächst nicht sicher war, ob sich keiner mehr im Gebäude verschanzt hat, riefen sie US-Soldaten zu Hilfe, die das fünfstöckige Haus daraufhin Raum für Raum absuchten - ohne Ergebnis.

Nach Angaben des Bankmitarbeiters nahmen die Diebe Goldschmuck mit, der von Kunden als Pfand für Kredite bei der Bank abgegeben worden war. Wegen der vielen Banküberfälle werden große Scheine in den wenigen wieder geöffneten Geschäften der Hauptstadt inzwischen nicht mehr akzeptiert. Bezahlt wird entweder mit kleinen Geldscheinen oder mit US-Dollar.

21.4.2003 15:43