Blutige Befreiung der Sahara-Geiseln: 9 Kidnapper tot!
- 8 Salzburger und 2 Tiroler kehrten nach Österreich zurück
- Bangen um 2. Geisel-Gruppe, die noch gefangen gehalten wird
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Touristen wurden von GSPC entführt
50 Tage gefangen! Es war eine blutige Kommando-Aktion, bei der die Sahara-Geiseln befreit wurden! Laut unbestätigten Meldungen sollen bei der Schießerei neun Kidnapper, Mitglieder der Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC), getötet worden sein. Den 17 Befreiten - unter ihnen die acht Salzburger und die zwei Tiroler - geht es gut. Sie kehrten Mittwoch Abend zu ihren Lieben nach Hause zurück. Um die zweite Geisel-Gruppe, die noch gefangen gehalten wird, machen sich die Einsatzkräfte große Sorgen.
Die gute Nachricht kam, als Algerien am Mittwoch gerade aufwachte und den Geburtstag des Propheten Mohammed feiern wollte. Im Morgengrauen des Vortages waren 17 der Sahara-Touristen nach einem monatelangen Geiseldrama im algerischen Süden endlich freigekommen. Zwei Zeitungen des kleinen Blätterwaldes der Hauptstadt Algier hatten noch Wind von der Militäraktion bekommen. Und während das offizielle Algier zunächst zu allem schwieg, mischten sich in die Sorgen um das Los der übrigen 15 Geiseln sofort wieder Spekulationen.
Am Tag vor der Befreiung hatte der deutsche Außenminister Joschka Fischer noch in Algier mit Präsident Abdelaziz Bouteflika über die Geiseln gesprochen - und noch am Tag der Aktion hoffte er auf einen glücklichen Ausgang des Dramas "ohne Rückgriff auf Gewalt".
Dann kamen die ersten Meldungen über eine Befreiung - und schließlich meldete sich der algerische Generalstab offiziell zu Wort. Die 17 befreiten Sahara-Touristen waren nach seinen Angaben in den Händen der islamistischen Terrorgruppe GSPC. Bei dem Sturmangriff auf die Entführer seien mehrere Soldaten verletzt worden.
Der politische Hintergrund - die Terrorgruppe wird als dem El-Kaida-Netzwerk nahe stehend beschrieben - und die Tatsache, dass es in der unzugänglichen Region bei Amguid unzählige Grotten und Canyons gibt, dürften es besonders zwingend gemacht haben, einen entscheidenden Schlag gegen die Entführer gut vorzubereiten. Zudem wusste das im Kampf gegen Terroristen erprobte algerische Militär seit Wochen, dass die Verschleppten in zwei Gruppen aufgeteilt worden waren. Dieser Schachzug könnte nun eine gewaltsame Befreiung derer, die noch in der Hand von Entführern sind, riskanter machen. Auch dadurch bleibt das Schicksal der noch 15 Geiseln in der Wüste ungewiss. (apa/red)
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