Mittwoch, 23. April 2003

Unfall in Jauchegrube: Zwei Tote, ein Überlebender

  • 18-Jähriger in "kritischem Zustand"
  • Lunge schwer geschädigt

Zwei Todesopfer hat ein Unfall in einer Jauchegrube in Ried im Traunkreis (Bez. Kirchdorf an der Krems) gefordert. Ein überlebender 18-Jähriger befand sich nach Auskunft der Ärzte im Linzer AKH in "kritischem Zustand".

Das Unglück begann beim Ausbringen von Jauche auf ein Feld. Ein 50-jähriger Landwirt stieg in die Jauchegrube, kurz darauf wurde er ohnmächtig. Sein 18-jähriger Sohn und ein 17-jähriger Nachbarssohn versuchten, dem Mann zu helfen und kletterten ebenfalls in die Grube. Doch auch diese beiden verloren Sekunden später das Bewusstsein.

Altbauer schlug Alarm
Der Altbauer hatte das Drama beobachtet und Alarm geschlagen. Die Feuerwehr barg die drei Verunglückten. Die Teams des ÖAMTC-Notarzthubschraubers "Christophorus 10", des Rot Kreuz-Notarztwagens sowie zweier weiterer Rettungsautos und der Gemeindearzt Christian Baldinger begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

18-Jähriger kämpft um sein Leben
Beim 18-Jährigen waren sie vorerst erfolgreich. Er wurde mit dem Hubschrauber in das Linzer AKH geflogen. Für seinen Vater und den 17-jährigen Nachbarn kam aber jede Hilfe zu spät. Sie hatten durch das Inhalieren und Verschlucken der Gülle schwere Schäden davongetragen, schilderte der Gemeindearzt nachher. Der 50-Jährige hinterlässt seine Ehefrau und einen weiteren, jüngeren Sohn.

Die Ärzte diagnostizierten bei dem Überlebenden akutes Lungenversagen. Sie reinigten die Lunge des 18-Jährigen von der Jauche. Er wurde beatmet und in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Die Ärzte sprechen jedoch von einer hohen Sterblichkeit in solchen Fällen. Das Lungengewebe zeige toxische Reaktionen. Dazu kämen noch viele in der Gülle enthaltene Krankheitserreger, die die Lunge und den Körper geradezu "überfluten".

23.4.2003 14:09