Telekom Austria: Swisscom zeigt kein Interesse
- "Möglichkeiten entsprechen nicht unseren Investitionskriterien"
Die Schweizer Swisscom hat offenbar derzeit wenig Interesse an einer Beteiligung bei der Telekom Austria (TA). "Die derzeit vorhandenen Möglichkeiten entsprechen nicht unseren Investitionskriterien", sagte Swisscom-Präsident Markus Rauh in einem Interview dem Schweizer Börsenmagazin "Stocks". Gescheitert seien Akquisitionen bisher "am strategischen Fit, an der Nachhaltigkeit und am Preis". Zudem strebt die Swisscom nach früheren Angaben lediglich eine Mehrheitsbeteiligung an.
Grundsätzlich habe die Swisscom "keinen strategischen Grund, Akquisitionen zu tätigen", stellte Rauh weiter im Interview klar. Die Swisscom habe "ganz klar nicht die Ambition, ein Global Player zu werden. Wir haben keine Geschäftsfelder, die zu klein sind, um langfristig selbstständig überleben zu können." Für die Swisscom gebe es daher "nur opportunistische Gründe, eine Firma zu kaufen". Dies sei "dann der Fall, wenn unser Unternehmenswert für die Aktionäre steigt. Sonst ist ein Aktienrückkauf sinnvoller", sagt der Swisscom-Präsident.
Position in Osteuropa
Laut Analysten könnte die Swisscom mit einer finanziellen Beteiligung an der TA von einer Hebelwirkung in Richtung Osten profitieren. Rauh betonte jedoch: "Wir haben keinen strategischen Plan, die Position in Osteuropa auszuweiten." Außerdem sei ihm "nicht bekannt, dass Telekom Austria im Osten strategische Positionen inne hat".
Swisscom plane Investitionen derzeit "in der Schweiz oder im angrenzenden Ausland" lediglich "im einen oder anderen IT-Bereich". Wir "versuchen, in neuen Bereichen wie WLAN oder im Breitbandumfeld neue Geschäftsfelder und Aktivitäten aufzubauen oder zu akquirieren", so Rauh weiter. Große Hochrisiko-Investitionen wolle die Swisscom nicht tätigen: "Wir können uns nicht leisten, das Geld der Aktionäre zu verschwenden."
TA soll bis zu 100% privatisiert werden
Die Telekom Austria, an der die Staatsholding ÖIAG 47,2 Prozent hält, soll laut Privatisierungsbeschluss der Regierung in dieser Legislaturperiode zu "bis zu 100 Prozent" privatisiert werden. Auch die Telecom Italia (TI) - sie hält derzeit noch 14,8 Prozent - wird sich voraussichtlich bis spätestens 2004 aus der TA zurückziehen. Die Swisscom wurde in den vergangenen Monaten wiederholt als Käufer gehandelt. Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) schloss allerdings zuletzt auch einen neuerlichen Verkauf über die Börse (Secondary Public Offering) nicht aus.
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