Freitag, 18. April 2003

Musik im Web: Gratis-Börsen vs. Bezahldienste

  • Gegen Gratis-Börsen haben Bezahldienste keine Chance
  • PLUS: Der E-MEDIA-Test zu den Tauschbörsen (Kasten rechts)!

Die Musikindustrie stellte sich schon sehr früh gegen die Gratis-Musik-Börsen im Internet. Umsatzeinbußen wurden befürchtet, ja das Ende der Musik wurde heraufbeschworen. Daher wurden diese P2P-Plattformen von Beginn an mit Klagen eingedeckt. Verhindert konnten die Gratis-Tauschbörsen trotzdem nicht werden. Wurde eine verboten, eröffnete die nächste ihre Pforten. Daher auch der Entschluss der Musikindustrie, selbst in den Online-Tausch einzusteigen. Mittels Bezahldiensten versteht sich. Der Erfolg dieser, lässt bisher auf sich warten. E-MEDIA zeigt Ihnen warum!

Unglaublich – 2002 wurden über fünf Milliarden Hits via Gratis-Tauschbörsen aus dem Internet gesaugt. Das heißt: jede Sekunde 158 Musik-Downloads. Eine nahezu unglaubliche Zahl. Aber kein Wunder, denn:

  • Gratis-Tauschbörsen waren noch nie so gut wie jetzt.
  • Gratis-Tauschbörsen waren noch nie so bequem. Alle Services, die man sich nur wünschen kann, sind da.
  • Gratis-Börsen waren noch nie so sicher wie jetzt. Zumindest bei den Großen: keine Spur von Spyware.
  • Gratis-Börsen – es gab noch nie so viele. Laut Studie von Websense.com hat sich die Anzahl der kostenlosen Musikanbieter letztes Jahr vervierfacht. Derzeit gibt es schon 130 verschiedene Tauschbörsen im Internet.
David gegen Goliath
Der Konter der Plattenindustrie: Ambitioniert, aber bisher lau. Schlappe Bedienung, maues Angebot – so wird es im Internet nicht gehen. So bleiben die Gratis-Börsen Musik-Kings.

Der E-MEDIA-Test
E-MEDIA hat das Musikangebot im Web unter die Lupe genommen. Wir wollten wissen, wo die Musi wirklich spielt: Was bieten die kostenpflichtigen Musik-Portale an, und was bekommen User bei den Gratis-Tauschbörsen?

Fazit Bezahldienste
Das Web-Angebot der Musikindustrie ist immer noch in der Krabbelstube: Nur ganz wenige Bezahldienste kann man in Österreich auch tatsächlich nutzen.
  • Das Musikangebot ist begrenzt. Die Portale bieten kaum mehr als 150.000 Musikfiles an. Hits von lokalen Chartsstürmern, wie etwa von Christina Stürmer, gibt’s nicht.
  • Die Nutzungsrechte sind eingeschränkt. Heruntergeladene Songs können meist nur beschränkt kopiert und gebrannt werden. Und das Überspielen auf portable CD-Player funktioniert in den meisten Fällen auch nicht.
  • Bezahlbörsen sind zu teuer. Wer sich das Pink-Album „Missundaztood“ von MTV.de holt, casht dafür 38 Euro. Im Laden kostet die CD 16 Euro.
Fazit Gratis-Börsen
Bei den Tauschbörsen sieht es dagegen ganz anders aus. Sie sind Bezahldiensten um Lichtjahre voraus.
  • Es gibt keine Tauschbörse, von der man nicht aus Österreich Musikdateien herunterladen kann.
  • Gratis-Börsen sind praller denn je. Allein bei KaZaA tummeln sich über vier Millionen User mit geschätzten 600 Millionen(!) Musikdateien. Jede noch so kleine Tauschbörse hat mindestens 30-mal mehr Musikfiles als die Konkurrenz der Musikindustrie. Plus: Nur bei zwei von fünf getesteten Gratis-Börsen war Christls Austro-Hit „Ich lebe“ nicht zu finden.
  • Wenn man von einer Tauschbörse ein Lied downloadet, dann kann man sich problemlos für jedes Abspielgerät daheim eine Kopie erstellen. Egal ob für den PC im Kinderzimmer, fürs Autoradio oder den tragbaren MP3-Player.
Den ausführlichen Test zu Bezahl- und Tauschbörsen lesen Sie im aktuellen E-MEDIA!

18.4.2003 11:05