"Der Fisch stinkt vom Kopf"
- Lothar Matthäus: Warum bei Rapid nichts mehr weitergeht.
- Der Ex-Trainer: Matthäus durfte Rapid nur acht Monate helfen.
Dem grün-weißen Dauerpatienten steht das Wasser bis zum Hals. Extrainer Matthäus zählt das Sündenregister von Edlinger & Co auf.
Für Lothar Matthäus, 42, läuft alles nach Wunsch. Für seinen Exklub Rapid nicht. Der Deutsche eilt als Trainer von Partizan Belgrad von Erfolg zu Erfolg. Acht Spiele, acht Siege. 19 Punkte Vorsprung in der Liga von Serbien/Montenegro. Loddar und Partizan im Sturmlauf Richtung Champions-League-Qualifikation. Davon kann Rapid nur träumen. Titel und Europacup ade, zwei Tore in den letzten sieben Spielen. Ebbe in der Klubkassa, rückläufige Zuschauerzahlen, Durchschnittskicker mit teils hoch dotierten Verträgen, null Perspektiven.
So schlecht war Österreichs Rekordmeister nicht einmal in der achtmonatigen Ära Matthäus. Als man Deutschlands Rekord-Internationalen vor einem Jahr mit Schimpf und Schande aus Hütteldorf davonjagte, war Rapid in der Frühjahrstabelle Vierter, jetzt sind die Grün-Weißen Neunter und somit Vorletzter. Für Matthäus kommt die Rapid-Krise alles andere als überraschend. Alles habe sich längst abgezeichnet, so der Ex-Rapidler und legt im NEWS-Interview los.
news: Sie scheinen sich noch sehr gut bei Ihrem Exklub auszukennen. Fühlen Sie sich in Ihren Warnungen bestätigt?
Matthäus: Ich hab noch sehr gute Kontakte nach Wien und weiß genau, was bei Rapid intern passiert. Ich sehe mich voll und ganz bestätigt. In der Mannschaft gibts nur noch ein Hauen und Stechen. Es stimmt vorne und hinten nicht mehr. Zu meiner Zeit war das Team noch kameradschaftlich, da hat es keine österreichischen und ausländischen Gruppenbildungen gegeben. Die gab es erst, als Andi Herzog da war. Ich wusste schon, warum ich immer gegen den Transfer war. Herzog konnte Rapid nie helfen. Er ist ein Spieler, der versucht hat, noch ein bisschen Fußball zu spielen, wollte seine 100 Länderspiele absolvieren, aber er war nie ein Vorbild auf dem Platz. Er wollte zurück, sein Häuschen bauen, seiner Frau die Heimat geben, er hatte längst seinen Vorruhestand geplant.
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