Was Worm wurmt
- Persilschein für Strache: Wie krank ist der SPÖ-Chef?
Dass Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gestützt auf beifälliges Gemurmel einiger seiner Parteigranden dem unbelehrbar Extremrechten H.-C. Strache einen uneingeschränkt demokratischen Persilschein ausstellte, ist verwirrend und bestürzend zugleich. Weder hat der in die Jahre gekommene Wehrsportler ausgeschlossen, dass nicht doch noch ein Foto mit der zum Hitlergruß gestreckten Hand auftaucht, noch hat er sich von den eindeutig rechtsextremen Bildern distanziert, die Gusenbauer in bestürzender Einfältigkeit als Jugendtorheit abtat.
Es ist beängstigend, wenn sich eine ganze Republik wochenlang mit einer Geisteshaltung befassen muss, um deren Bewältigung und Überwindung sich aufrechte Demokraten, vor allem auch im sozialdemokratischen Lager, jahrzehntelang bemühten. Es ist beschämend, wenn sich ein ewig Unbelehrbarer, ein Ausländerbeschimpfer und Fremdenhasser, in einer peinlich-wehleidigen Selbstinszenierung als aufrechter Demokrat und Auf-keinen-Fall-Nazi darstellen muss. Strache ist Klubobmann im Parlament, und kein Mensch weiß, was nicht noch alles an ungustiösem Braun aus seiner Vergangenheit hochschwappt.
Dieser Mann hat den untadeligen Demokraten Alfred Finz auf infamste Weise in die Nähe eines Neonazis gerückt. Er hat die Gelöbnisformel der deutschen Bundeskanzlerin mit dem Kühnen-Gruß in Verbindung gebracht. Und er hat mit seiner Presseshow am Montag bewiesen, dass er ein Uraltrelikt mit fatalem Hang zur Unbelehrbarkeit ist.
Mit diesem H.-C. Strache legt sich nun also die Gusenbauer-SPÖ ins politische Gesinnungsbett. Man kann dem neuen Bundeskanzler der Republik nur baldige Genesung wünschen.
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