Sonntag, 20. April 2003

Swiss plant Billigtickets; verlangt indirekt Staatshilfe

  • "Bis Ende 2003 keine Liquiditätsprobleme"

Die immer noch angeschlagene neue Schweizer Fluggesellschaft Swiss will mit Hilfe reduzierter Tickets und indirekter Staatshilfe aus der Krise kommen. "Wir werden die Preise teilweise auf das Niveau der Billig- Airlines senken", sagte Swiss-Chef Andre Dose.

In Frage kämen "Rennstrecken" wie Zürich-London oder Zürich-Paris. Dadurch könne die Auslastung im Regionalverkehr auf bis zu 70 Prozent gesteigert werden.

Er gehe nicht davon aus, dass der Bund und die Kantone nochmals Geld zuschießen. "Wir verlangen keine direkte Finanzspritze", sagte Dose. Der Staat könne der Fluggesellschaft aber möglicherweise bei den Prämien für die Versicherung und bei den Sicherheitskosten entgegenkommen. Dose bekräftigte, dass die Swiss derzeit keine Liquiditätsprobleme habe. "Bis Ende 2003 kommen wir mit der uns zur Verfügung stehenden Liquidität und dem Kapital aus", sagte er.

Unterdessen schloss auch der Schweizer Verkehrsminister Moritz Leuenberger nicht aus, dass der Bund der Swiss nochmals aus der Patsche helfen würde. Heute seien sich alle einig, dass der Bund nichts zahlen solle, sagte er dem "SonntagsBlick". "Falls die EU allen ihren Gesellschaften unter die Arme greifen sollte, bin ich mir nicht so sicher, ob in der Schweiz alle so konsequent bleiben."

20.4.2003 16:22