Kapsch baute Verluste 2002 aus - 1.100 Jobs weg
- Rückkehr in Gewinnzone im Vorjahr klar verfehlt
- Turnaround nun für 2003 angepeilt
Das Wiener Elektronikunternehmen Kapsch AG, schon 2001 mit der IT-Krise tief in die roten Zahlen gerutscht, hat die für 2002 erhoffte Rückkehr in die Gewinnzone klar verfehlt und im Gegenteil im Vorjahr seine Verluste weiter ausgebaut. Nach 28 Mio. Euro Nettoverlust im Jahr 2001 dürfte Kapsch 2002 an der 30-Millionen- Marke gekratzt haben, sagte Unternehmenschef Georg Kapsch in einem Interview.
Doppelt so stark geschrumpft als noch 2001 geplant ist die Belegschaft: in Österreich wurden rund 1.100 Arbeitsplätze abgebaut, die Zahl der Mitarbeiter im Inland liegt nun bei rund 1.800 Mitarbeiter. Der Umsatz hingegen ist im Vorjahr - dank des Auftrags zur Errichtung des Lkw-Mautsystems in Österreich - von rund 312 auf fast 340 Mio. Euro gestiegen.
Den Turnaround peilt Kapsch nun laut Standard für das laufende Jahr 2003 an. "Der Markt ist noch immer sehr schwach", erklärte Kapsch in dem Interview weiter. Dafür sei in seinem Unternehmen die 2001 eingeleitete Restrukturierung nun so gut wie abgeschlossen. Die Restrukturierungskosten gibt der Wiener Traditionsbetrieb mit insgesamt 50 bis 60 Mio. Euro an, davon fielen 33 Mio. Euro bereits 2001 an.
Neue Rekorde geplant
Für heuer peilt Kapsch einen Umsatz von 500 Mio. Euro und eine siebenprozentige Umsatzrendite an. Das Nettoergebnis soll damit 2003 bei plus 35 Mio. Euro liegen. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) peilt Kapsch einen Gewinn von 50 bis 55 Mio. Euro an. Dafür sorgen sollen ein weiterer Maut-Auftrag aus der Schweiz, die Aufträge im Rahmen der Lkw-Maut in Österreich und ein China-Projekt.
Am Konjunkturhimmel sieht Kapsch noch keine Zeichen für einen Aufschwund, der Telekomsektor sei aber nicht mehr so angespannt wie in der Vergangenheit. Besonders die Ausrüster-Sparte CarrierCom habe bei UMTS-Aufträgen punkten können. Hoffnung gibt auch die EU-Erweiterung, die weitere Roadpricing-Projekte mit sich bringen dürfte.
Den angekündigten organisatorischen Umbau hat die Kapsch-Gruppe im Vorjahr vollständig abgeschlossen. Nach der Ausgliederung des Enterprise-Geschäfts in die bereits bestehende Tochter Kapsch BusinessCom bereits 2001 wurden 2002 der Bereich Verkehrstechnologie in die Tochtergesellschaften Kapsch TrafficCom, das Kommunikationsangebot für Telekombetreiber in die Kapsch CarrierCom und die Fertigung in die Kapsch Components ausgelagert. Die jetzige Kapsch AG ist nur noch Holding ohne Dienstleistungsfunktion, die vier Tochterunternehmen werden in der heurigen AG-Bilanz 2002 bereits vollständig konsolidiert sein.
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