Benetton siegt in Verleumdungsprozess
- Wegen angeblicher Kinderarbeit
- "Corriere della Sera" zur Zahlung hoher Geldstrafe verurteilt
Die italienische Bekleidungsgruppe Benetton hat einen Verleumdungsprozess gewonnen, den sie gegen die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" und gegen den Journalisten Riccardo Orizio in Zusammenhang mit einem Artikel über angebliche Kinderarbeit in einem ihrer Produktionsanlagen im Ausland geführt hatte.
Das Blatt hatte 1998 Berichte über eine Produktionsanlage der Benetton in Istanbul veröffentlicht, in der die Herstellungskosten für zum Export in den Westen bestimmte Kleidungsstücke mit Hilfe von Kinderarbeit niedrig gehalten würden.
Auf den Artikel hatte Benetton mit einer Anklage gegen die Tageszeitung und den Verfasser der Reportage reagiert. Orizio und der Chefredakteur der Mailänder Tageszeitung, Ferruccio De Bortoli, wurden zur Zahlung von 40.000 Euro als Entschädigung verurteilt, erklärte ein Benetton-Sprecher. Die Gründe, die das Mailänder Gericht zu diesem Urteil bewegt haben, sollen in den nächsten 60 Tagen bekannt gegeben werden.
Der italienische Textilriese hatte 1998 vehement direkte Verbindungen mit der Fabrikanlage Bermuda, dem türkischen Partner der Gruppe in Istanbul, dementiert. "Bermuda ist unabhängig. Wir haben auf diese Produktionsanlage keinen Einfluss", hatte der Konzern aus Ponzano Veneto betont. Benetton habe sich stets vor dem Problem der Kinderarbeit sensibel gezeigt.
Nach der Veröffentlichung des Corriere-Berichts hatte Benetton die Beziehungen zu den türkischen Konzessionären ausgesetzt. Kinderarbeit ist in der Türkei illegal, aber dennoch weit verbreitet.
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