Donnerstag, 17. April 2003

Finanzaffäre um Linzer Imperial-Gruppe spitzt sich zu

  • "profil": Sieben Millionen Dokumente beschlagnahmt
  • Interne Unterlagen dokumentieren prekäre Finanzlage

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Linz in der Finanzaffäre Imperial auf Hochtouren. Um die bei Hausdurchsuchungen im Oktober des Vorjahres beschlagnahmten sieben Millionen Dokumente auszuwerten, musste die Justiz jetzt mehrere Etagen eines Linzer Bürogebäudes anmieten.

Imperial-Chef und Gründer Faramarz Ettehadieh-Rachti (Bild)steht im Zentrum gerichtlicher Voruntersuchungen wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betruges und der Untreue. Ettehadieh, für den die Unschuldsvermutung gilt, bestreitet gegenüber "profil" alle Vorwürfe: "Da ist wirklich nichts dahinter. Alle unsere Geschäftsfälle sind ordentlich abgewickelt und dokumentiert worden. Wir haben niemanden betrogen."

Interne Unterlagen belegen unterdessen, dass die auf Immobilien- und Wertpapiergeschäfte spezialisierte Imperial-Gruppe seit geraumer Zeit mit Problemen bei der Bilanzerstellung ringt. Demnach hatte etwa der langjährige Imperial-Abschlussprüfer KPMG die uneingeschränkten Bestätigungsvermerke für die Jahre 1998 und 1999 mit Hinweis auf "Fehlbewertungen" verwehrt. Ettehadieh gegenüber "profil": "Alle Bilanzen sind im Rahmen von Gesellschafterversammlungen, zu der alle Investoren eingeladen wurden, erläutert und zur Kenntnis genommen worden."

17.4.2003 09:41