Mittwoch, 16. April 2003

Goldgrube Irak: Austro-Firmen rüsten für Wiederaufbau

  • Top-Player wie Vamed, BWT & Voest haben beste Karten

Noch herrscht im Irak blutiges Chaos. Doch mit den schwindenden Rauchschwaden werden Aufbauarbeit und Wiederherstellung der lebenswichtigsten Infrastruktur deutlich sichtbar. Kein Wunder, dass internationale Konzerne bereits ungeduldig in den Startlöchern scharren und gute Geschäfte wittern. Bei der Aufteilung des gigantischen Investitionskuchens haben neben US-Companys auch österreichische Unternehmen beste Chancen, ganz vorne mitzumischen.

Der Zeitplan ist bereits fixiert. Bereits am 5. Mai findet in Washington die Wiederaufbaukonferenz für den Irak statt. Der Bagdader Handelsdelegierte der Österreichischen Wirtschaftskammer, Franz Schröder, wird an den Beratungen teilnehmen. Er rechnet damit, dass für heimische Firmen ein Auftragsvolumen in Milliardenhöhe abfallen könnte.

Großaufträge winken
Die Big Player wie Ölfeld-Equipment-Hersteller Schoeller-Bleckmann, Wasseraufbereiter BWT, Krankenhaus-Ausrüster Vamed oder der Industriegigant Voestalpine gehen schon jetzt in die Offensive.

So kann Krankenhaus-Errichter Vamed auf langjährige Irak-Erfahrung aufbauen. Schon in den 80er Jahren wurden 8 Kinderspitäler errichtet und im Zuge des "Oil for food"-Programms ein weiteres Projekt nahezu fertig geplant. Jetzt will sich die Ex-Verstaatlichten-Firma wieder engagieren.

Gute Geschäfte wittert Oilfield-Ausrüster Schoeller-Bleckmann. "Wir werden sicher partizipieren, weil unsere Kunden nahezu alle Ölgesellschaften weltweit beliefern", gibt sich Vorstand Gerald Grohmann optimistisch. Nicht grundlos, denn laut interner Schätzung der US-Regierung sind rund 1,5 Milliarden Euro für Blitzreparaturen nötig. Für die geplante Anhebung der Ölfördermenge werden in den kommenden fünf Jahren weitere fünf Milliarden Euro gebraucht.

Zuversicht herrscht auch bei BWT-Boss Andreas Weissenbacher: „Es wäre logisch, wenn wir beim Wiederaufbau zum Zuge kommen. Wir haben schon zahlreiche Projekte im Irak realisiert.“ Geschätztes Auftragsvolumen: über 100 Millionen Euro.

Welche Firmen sich noch Chancen auf Aufträge im Irak ausrechnen, lesen Sie im neuen NEWS.

16.4.2003 15:56