Schlechte Nachricht: Milch ab Herbst bis zu 5% teurer
Schlechte Nachrichten für Konsumenten: Ab Herbst 2003 werden Milch und Milchprodukte teurer! Die Preise dürften um drei bis fünf Prozent angehoben werden. Grund laut Vereinigung der österreichischen Milchverarbeiter: Der anhaltende Kostendruck auf die Branche - und das ab 2004 wirksame Roadpricing.
Der Kostendruck auf Österreichs Milchwirtschaft dürfte auch in den nächsten Jahren nicht schwächer werden, befürchtet die Vereinigung der österreichischen Milchverarbeiter (VÖM). Die betriebswirtschaftliche Situation sei bereits jetzt auf Grund massiver Energiepreis- und Steuererhöhungen "angespannt", sagte VÖM-Präsident Hans Steiner. Den nächsten Kostenschub werde das ab 2004 wirksame Road Pricing verursachen. Dann sei auch zu erwarten, dass die Konsumentenpreise um durchschnittlich 3 bis 5 Prozent ab dem vierten Quartal 2003 steigen werden, hieß es.
Bereits 2002 sei ein schwieriges Jahr für die 100 heimischen Milch verarbeitenden Betriebe an ihren 111 Standorten gewesen, so Steiner, der neben seiner Funktion als Geschäftsführer der Alpenmilch Salzburg auch Innungsmeister der gewerblichen Molkereien und Käsereien in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist. Auf Grund von Preisrückgängen für Milch und Milchprodukte ist der Umsatz der österreichischen Molkereien 2002 im Jahresvergleich bei gleicher Milchverarbeitung um 4 Prozent von 1,8 auf 1,73 Mrd. Euro leicht gesunken.
Ein Minus habe es auch bei den Auszahlungspreisen der Molkereien an die Bauern - um 5,5 Prozent auf 35,32 Cent pro kg Milch (mit natürlichem Fettgehalt inkl. Umsatzsteuer) - gegeben. In weiterer Folge ist das Betriebsergebnis der fiktiven "Molkerei Österreich" um rund 1,1 Prozent und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 0,5 Prozent geringer ausgefallen als im Jahr davor.
Die österreichischen Milchbauern haben im Vorjahr 2,65 Mio. Tonnen Milch an die Molkereien geliefert, um 4 Prozent weniger als 2001. Im Schnitt sind das 45.700 kg Milch je Betrieb im Jahr, was jedoch nur einem Fünftel der durchschnittlichen Milchanlieferung in der EU entspricht.
Trotz der durch diese Kleinstrukturiertheit bedingten höheren Kosten in der Milchwirtschaft liegt das Milchgeld in Österreich nach wie vor über dem EU-Schnitt. 2002 wurden in Summe 936 (2001: 992) Mio. Euro - oder durchschnittlich 16.400 Euro je Milchbauer - ausbezahlt. Das entspricht einer Steigerung von 35,7 Prozent gegenüber 1995, weil die Anlieferung seit dem EU-Beitritt, aber auch das Preisniveau gestiegen sind. Die Anzahl der Milchlieferanten nahm im vergangenen Jahr auf 58.000 ab, was seit 1995 einem Minus von 24,3 Prozent entspricht.
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