Für Dokupil ist die Rapid-Krise reine Funktionärssache
- Matthäus und Hickersberger sind am Wenigsten schuld
- Rückkehr unter der derzeitigen Führung ausgeschlossen
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Die Abschlusstabelle
der Saison 2003/04
Auf sieben fette sollen sieben magere Jahre folgen. Wenn man davon ausgeht, dass Österreichs Rekordmeister Rapid Wien unter Ernst Dokupil ab der Saison 1994/95 seine sieben erfolgreichen Jahre erlebt hat, dann warten auf Grün-Weiß noch weitere Enttäuschungen und eine Prolongierung der Minusserie. Der Ex-Trainer und Sportdirektor, unter dem die Hütteldorfer Mitte der 90er Jahre wie Phönix aus der Asche zu Cupsieg, Europacupfinale, Meistertitel, Champions League und Serienteilnehmer in den europäischen Wettbewerben hochstiegen, fand deutliche Worte für den Absturz ins Niemandsland.
"Obwohl ich mit Rapid abgeschlossen habe, verfolge ich das Geschehen sehr wohl. Es geht mich nichts mehr an und ist nicht mehr mein Kaffee und Problem was passiert. Doch ich habe eine schöne Zeit gehabt und einiges geleistet. Ich war kein Rapid-Fan, sondern Rapid-Trainer. Im Gegensatz zu anderen Leuten, die einst für ein paar Tausend Schilling mehr zur Vienna gegangen sind, habe ich mir nicht das Rapid-Mäntelchen umgehängt. Die sportliche Krise ist nicht auf die sportliche Abteilung zurückzuführen. Lothar Matthäus und Josef Hickersberger sind am Wenigsten schuld. Es ist eine ausgemachte Funktionärssache. So gut das Geld der Bank Austria war, so schlecht waren die Leute, die sie uns geschickt haben", gab es von Dokupil klare Schuld-Zuweisungen.
Rapid-Zeugwart als Meistertrainer
"Als ich den neuen Vertrag mit der Bank Austria gesehen habe, wusste ich, dass sie aussteigen werden. Wenn es bei Rapid gute Funktionäre geben würde, dann würde dieser Verein jedes Jahr um den Titel mitspielen. Real Madrid wird auch nicht wegen dem guten Trainer Meister und Champions League-Sieger, sondern weil der Trainer die besten Spieler zur Verfügung gestellt bekommt. In Österreich hat eben die Austria die besten Spieler zur Verfügung, mit dieser Mannschaft würde auch der Rapid-Masseur oder Zeugwart Meister werden. Die Spieler, die früher zu Rapid gegangen sind, gehen heute zur Austria."
Neu-Anfang gefordert
Für den einstigen Fan-Liebling, der später sowohl bei großen Teilen des Publikums als auch beim Präsidium in Ungnade gefallen war, liegen die Gründe für den Niedergang weit tiefer. "Frank Stronach war ein Glücksgriff für die Austria. Bei Rapid gehört ein Neu-Anfang so wie damals unter Karl Heinz Oertel gemacht. Die festgefahrenen Ebenen auf der Funktionärs-Ebene gehören aufgebrochen. Wenn diese Leute nicht fähig sind, dem Anspruch Rapids gerecht zu werden: Auf Wiedersehen."
Rückkehr zu Rapid ist vorerst ausgeschlossen
Eine Rückkehr zu Rapid unter der derzeitigen Führung schließt Dokupil aus. "Ich wurde zum Derby gegen die Austria eingeladen, aber ich war seit sich Rapid von mir getrennt hat nicht mehr im Hanappi-Stadion. Wenn man aber neu wieder anfängt, und meinen Rat hören will, kein Problem. Ich telefoniere oft mit meinen Freunden Herbert Feurer, Peter Persidis und Josef Hickersberger, aber dann reden wir nicht über diese Rapid."
