Donnerstag, 17. April 2003

Nachträgliche Strafe für Schumacher und Alonso?

  • Gerhard Berger tippt auf Sieg des Weltmeisters
  • Williams-BMW mit vielversprechenden Testfahrten

Der Große Preis von Brasilien könnte für Michael Schumacher ein Nachspiel haben. Im schlimmsten Falle droht dem fünfmaligen Formel-1-Weltmeister sogar eine saftige Strafe, falls ihm ein Verstoß gegen das Reglement nachgewiesen werden kann. Er soll, wie auch Fernando Alonso, unter gelber Flagge zu schnell gefahren sein. "Es gibt dazu einen Bericht", sagte Max Mosley, Präsident des Internationalen Automobilverbandes (FIA), vor dem Großen Preis von San Marino in Imola. "Falls notwendig, werden wir handeln."

Schumacher war beim Regenrennen in Sao Paulo in der 27. Runde in einen Reifenstapel gerutscht. In dieser Phase hatten die Streckenposten wegen eines Krans, der ein Auto weghievte, die gelben Flaggen doppelt geschwenkt. "Das bedeutet, dass ein Fahrer abbremsen und zum Anhalten vorbereitet sein muss", verweist Mosley auf die Regeln. Die Piloten müssten dann so langsam fahren, dass nicht das geringste Risiko für einen Abflug besteht, da Menschen und Maschinen in dem betroffenen Bereich arbeiten würden.

Schumacher nimmt Schuld auf sich
Schumacher nimmt die Schuld für seinen Crash auf sich. "Ich habe nie bestritten, dass es mein Fehler war", sagt der Deutsche. Sollte die FIA hart durchgreifen, könnten ihm und Alonso eine Rückstufung in der Startaufstellung bei einem späteren Rennen oder sogar eine Sperre drohen. Ein Ferrari-Vertreter erklärte jedoch, dass keine Gefahr einer nachträglichen Bestrafung besteht.

Berger tippt auf Schumacher
Für den BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger ist Weltmeister Michael Schumacher trotz des verpatzten Saisonstarts der Topfavorit für den Grand Prix von San Marino am Sonntag in Imola (Start: 14.00 Uhr). Allerdings unter einer bestimmten Voraussetzung, wie der Tiroler betonte: "Wenn sie genügend Benzin ins Auto tun." Damit spielte Berger auf Rubens Barrichellos Ausfall in Sao Paulo an. Der Brasilianer war dort in Führung liegend ausgefallen, weil zu wenig Sprit in seinem Ferrari war.

Der Weltmeister tritt das Leder
Gut in Schuss ist "Schumi" bereits vor dem Ferrari-Heimrennen am Osterwochenende im geschichtsträchtigen "Autodromo Enzo e Dino Ferrari". Der Hobby-Kicker erzielte in einem Benefiz-Fußballspiel zwischen der Piloten-Mannschaft und einer Parlamentsauswahl San Marinos zwei Tore. Die "Piloti Nazionali" gewannen die Partie am Mittwochabend vor 5.000 Zuschauern im Olympiastadion Serravalle in San Marino mit 6:2. Als Reinerlös gingen 21.500 Euro an das UNESCO-Hilfsprojekt "Kinder in Not".

Ralf Schumacher hofft auf gutes Ergebnis
Auch Ralf Schumacher rechnet sich im Williams-BMW auf dem 4,933 Kilometer langen Kurs, auf dem er 2001 im 70. Grand Prix seiner Karriere seinen ersten GP-Triumph gefeiert hatte, gute Chancen aus. "Es ist immer wieder schön, an den Ort seines ersten Formel-1-Sieges zurückzukehren. Vielleicht hilft mir dieses gute Gefühl auf dem Weg zu einem guten Ergebnis", hofft der Wahlsalzburger.

Williams-BMW mit vielversprechenden Tests
Die jüngsten Testergebnisse der "Blau-Weißen" verheißen jedenfalls Gutes für den Europa-Auftakt der Königsklasse des Motorsports. "Testfortschritte sind wichtig, denn jetzt geht es nicht mehr nur darum, Ferrari einzuholen, sondern vor allem daraum, McLaren daran zu hindern, den Vorsprung auszubauen", betont der jüngere der Schumacher-Brüder.

17.4.2003 13:39
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts