Kurt Jara grübelt über Auswärtsschwäche des HSV
- Dortmund gewinnt Schlager, Trainer Sammer grantelt
- Amoroso schickt die Bayern punktelos nach München
Der Hamburger SV droht im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz an seiner unerklärlichen Auswärtsschwäche zu scheitern. "Das ist ein Riesenrätsel, wenn man unsere Heim- und Auswärtsspiele vergleicht", sagte Trainer Kurt Jara nach dem 1:1 in der deutschen Bundesliga beim TSV 1860 München - und nahm sein Team für den Endspurt in der Bundesliga in die Pflicht. Der HSV muss noch zwei Mal auswärts ran, in Cottbus und in Bochum. "Da müssen wir ganz anders auftreten", fordert Jara.
Seit dem 30. November warten die Hanseaten nun schon auf einen Sieg in den gegnerischen Stadien. Trotzdem glaubt Jara, dass seine Mannschaft erstmals seit drei Jahren wieder das Ticket für den internationalen Wettbewerb lösen wird. "Sie hat die Substanz, den fünften Platz zu erreichen." Einen Grund für die schwächeren Auswärts-Auftritte sieht der Tiroler in der Psyche seiner Spieler. "Es ist keine Angst, aber Verkrampfung: 'Können wir das Ziel überhaupt erreichen?'", so der Coach, dessen Team in der Spitzengruppe unbekanntes Terrain betritt.
BVB-Trainer Sammer trotz Sieg mürrisch
Nach dem Schlager zwischen Titelverteidiger Borussia Dortmund und dem designierten Nachfolger Bayern München (1:0) war die Fußball-Welt völlig verkehrt: Verlierer Ottmar Hitzfeld schien die Niederlage zu genießen, Sieger Matthias Sammer fand wieder viele Wermutstropfen und grantelte vor sich hin: "Damit können wir doch nicht eine ganze Saison retten wollen." Dabei hätte der BVB-Coach lauthals jubeln können: Erster Sieg Sammers über seinen "Lehrmeister" Hitzfeld, erster Sieg der Westfalen gegen die Bayern nach knapp acht langen Jahren und 14 vergeblichen Bundesliga-Anläufen, dazu die direkte Qualifikation zur Champions League wieder vor Augen.
Amoroso schickt die Bayern punktelos heim
Und doch war Sammer unzufrieden: "Wir haben die Bayern zwar geschlagen, aber wir haben einfach zu wenig Punkte. Und wir spielen einfach keinen guten Fußball, sehr zäh im Moment." Ein umstrittener Elfmeter musste herhalten, um das Top-Duell vor 68.600 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion zu entscheiden: Niko Kovac nahm im Strafraum die Hand zu Hilfe, Marcio Amoroso ließ 90 Sekunden nach seiner Einwechslung Nationalkeeper Oliver Kahn keine Chance (61.).
Es fehlte die Spannung
Das war's - für ein "Gipfeltreffen" herzlich wenig. Für Hitzfeld gerade im richtigen Moment. Drei Spiele hintereinander nicht gewonnen, das Prestigeduell verloren, doch der Bayern-Coach konstatierte: "Je mehr Druck wir bekommen, umso konzentrierter werden meine Spieler sein. Ich erwarte eine gewaltige Reaktion." Doch auch der ehemalige BVB-Meistermacher konnte nicht schön reden, dass seine Bayern in Dortmund schwächelten und vor allem im Drang nach vorn vieles vermissen ließen. "Jetzt wird es noch einmal spannend - vielleicht", sagte der Brasilianer Giovanne Elber.
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