Samstag, 19. April 2003

FIFA-Entscheidung über WM-Aufstockung vertagt

  • Breite Ablehnung gegen Vorschlag der Südamerikaner
  • Frauen-WM in China abgesagt

Der Fussball-Weltverband FIFA hat die Entscheidung über eine eventuelle Aufstockung der Teilnehmerzahl bei der WM-Endrunde 2006 in Deutschland von 32 auf 36 Mannschaften auf Juni verschoben, gleichzeitig aber die Frauen-WM in China wegen SARS abgesagt. Diese Beschlüsse fasste das Exekutivkomitee der FIFA am Samstag in Zürich.

Bei der letzten Zusammenkunft im März hatte der argentinische Vizepräsident Julio H. Grondona eine Aufstockung auf 36 Mannschaften für die Titelkämpfe 2006 in Deutschland beantragt. Die Südamerikaner sind verärgert, weil ihren zehn Verbänden nur noch vier statt fünf Startplätzen offen stehen.

Bereits am Freitag hatten sich die Mitglieder sowohl der Technischen Kommission als auch der Fussballkommission der FIFA mit großer Mehrheit und aus überwiegend sportlichen Gründen gegen eine Aufstockung ausgesprochen. Das Organisationskomitee der WM 2006 hatte ein Turnier mit 36 Mannschaften für organisatorisch machbar erklärt, allerdings aus sportlichen Gründen ebenfalls abgelehnt.

Die Frauen-WM 2003, deren Austragung vom 23. September bis 11. Oktober in China geplant war, wird wegen der SARS-Epidemie in ein anderes Land verlegt. China soll dafür im Jahr 2007 zum Zug kommen. Die FIFA folgte damit der einstimmigen Empfehlung der Sportmedizinischen Kommission unter Vorsitz des belgischen Mediziners Michel D'Hooghe.

Interesse an der Organisation der Frauen-WM haben die USA sowie Australien bekundet. Die Endrunde soll aber möglichst in dem bisher für China geplanten Zeitraum ausgetragen werden. Ein endgültiger Beschluss wird durch das Dringlichkeits- oder das Exekutivkomitee gefällt werden.

19.4.2003 15:52