Donnerstag, 17. April 2003

Dopingarzt Ferrari weist Vorwürfe vor Gericht zurück

  • "Bin Opfer einer Medienverfolgung"
  • Soll bekannten Sportlern EPO verschrieben haben

Der Prozess gegen den mutmaßlichen "Dopingarzt" Michele Ferrari geht in die entscheidende Phase. Vor einem Gericht in Bologna bestritt der Sportarzt die Vorwürfe, er habe prominenten Radprofis verbotene Substanzen verschrieben. Ferrari wird zusammen mit weiteren 15 Medizinern und Apothekern beschuldigt, bekannten Sportlern gesundheitsschädliche Dopingmittel, darunter das Blut-Dopingmittel EPO, verschrieben und verkauft zu haben.

"Ich habe niemals verbotene Mittel verschrieben, weil ich der Ansicht bin, dass Doping den Radsportlern zutiefst schadet. Dopingmittel sind nicht immer so wirksam wie man denkt, oft verschlechtern sie sogar die Leistungen des Sportlers", erklärte der Arzt laut italienischen Medien am Donnerstag. Ferrari versicherte, er habe seine Sportler mit einer gezielten Diät und Training behandelt und zum Erfolg gebracht. Der Ex-Mitarbeiter des Olympiaverbands CONI erklärte sich als Opfer einer Medienverfolgung.

Ferrari hatte in den vergangenen Jahren auch den Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong behandelt, der den Arzt als "Freund und Ratgeber" bezeichnet hatte. Im vergangenen Jahr wurde Ferrari vom italienischen Radsport-Verband mit einem Bann belegt. Der Prozess gegen den Mediziner wird am 14. Mai fortgesetzt.

17.4.2003 12:40