Volleyball-Finale als Duell zweier Tausendsassas
- Manager Kleinmann und Kronthaler in mehrfacher Funktion tätig
- Tiroler kommen mit 2:1 Führung nach Wien

Die Finalserie in der Austrian-Volley-League (AVL) ist nicht nur ein Duell der Vienna hotVolleys mit VT Tirol, sondern auch der Manager Peter Kleinmann mit Hannes Kronthaler. Denn die beiden Macher der Klubs drücken neben der am Freitag in Wiener Budocenter mit dem vierten "best of seven"-Match fortgesetzten Titelentscheidung überhaupt dem heimischen Volleyball ihren Stempel auf. Gleich in mehreren Funktionen stehen sie einander im Kampf um die Meisterwürde gegenüber.
Kleinmann kümmert sich bei seinem Verein seit kurzem neben dem sportlichen Management auch um den Marketing-Bereich und coacht sein Team seit der Trennung von Trainer Hugh McCutcheon. Außerdem fungiert er beim Serien-Champion als geschäftsführender Präsident und Kassier und ist so nebenbei auch Präsident des nationalen Verbandes (ÖVV). Kronthaler steht seinem Widerpart freilich als Libero der Tiroler, ÖVV-Vizepräsident für die Bundesligen und Beach-Volleyball sowie als AVL-Präsident um nichts nach.
Willkommene Mehrfach-Belastung
Trotz dieser Mammut-Belastung wollen beide nicht viel Aufhebens um ihre Umtriebigkeit machen. Kleinmann hat nach eigenen Angaben das Coaching quasi zum Wohle des Vereins übernommen: "Das Ganze ist nicht so ein Problem. Und ich glaube, dass ich nicht schlechter coache als irgendein Trainer. Der würde ja auch Zeit brauchen, um die Mannschaft kennen zu lernen." Und auch Kronthaler gibt an, die Mehrfach-Belastung nicht unbedingt zu spüren. "Vom Verband werden wir während der Finalserie ziemlich entlastet", meint der Ex-Teamspieler.
Gemeinsam für den Volleyball-Sport
Trotz ihrer Rivalität im Spiel ziehen Kleinmann und Kronthaler abseits des Feldes uneingeschränkt an einem Strang, um den heimischen Volleyball weiter zu bringen. So pflegten sie etwa im März beim Final Four der Champions League in Mailand internationale Kontakte, was sich in der nächsten Saison niederschlagen dürfte. Denn die Einladung des Europäischen Verbandes (CEV), bei der Absage eines Teams für die Königsklasse 2003/04 mit einem zweiten ÖVV-Klub nachzurücken, wird vermutlich Realität und vom "Vize" wohl wahr genommen.
Tiroler wollen gewinnen
Doch jetzt geht es vorerst einmal um den heimischen Titel. Die Tiroler haben nach den beiden Heimsiegen die Nase mit 2:1 vorn und sind bereits am Donnerstag nach Wien gereist. "Wir müssen gewinnen", fordert Kronthaler die Vorentscheidung im Finale. "Wir haben vergangene Woche unsere Lektion gelernt. Die Devise heißt abgebrüht und konzentriert bleiben, dann sind wir auch im Budocenter gefährlich."
Doch auch die Wiener sind überzuversichtlich für Spiel vier. "Wir gewinnen am Freitag", lautet der einstimmige Tenor des Teams, das am Montag bewiesen hat, dass es auch ohne den verletzten Dave McKienzie konkurrenzfähig ist. "Unser Service muss aber besser werden, denn am Montag haben wir 22 Servicefehler begangen", weiß Kleinmann, dass der Sieg vor allem über ein gutes Service führt.
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