Donnerstag, 17. April 2003

ÖEHV-Team holt sich letzten Schliff für WM

  • Zwei Plätze im 23 Mann-WM-Kader noch offen
  • Brandner wird nach DEL-Finale zum team stoßen

Die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft startet am Freitag in die letzte Vorbereitungsphase für die Eishockey-WM in Finnland (26.4. bis 11.5.). 28 Mann rücken ins Trainingslager in Wien ein, mit dabei sind erstmals auch zehn Finalisten von Meister Linz und Vizemeister Villach. In zwei Etappen reduziert Teamchef Herbert Pöck danach den Kader auf WM-Größe (23 Mann), die meisten WM-Tickets sind aber praktisch schon vergeben. "Zwei Plätze sind noch offen, wenn es keine Verletzung gibt", erklärte Pöck.

Nach dem Konditionsschub in Klagenfurt zu Wochenbeginn steht in Wien die Feinabstimmung (taktische Varianten und die Abstimmung der Linien) auf dem Programm. Nach sechs Trainingseinheiten geht es mit 25 Spielern nach Kiew, wo zwei Testspiele gegen die Ukraine (22. und 23. April, jeweils 17:30 MESZ) ausgetragen werden. Von Kiew müssen drei Mann zurück nach Wien, der Rest fliegt direkt nach Helsinki, wo auch DEL-Finalist Christoph Brandner zum Team stoßt.

Pöck setzt auf 13 Stürmer
Offen ist noch, ob Österreich mit je vier vollen Angriffs- und Verteidigungs-Linien in die WM geht oder mit sieben Verteidigern und 13 Stürmern. "Ich tendiere eher zu sieben und 13. Man kann mit sechs oder sieben Verteidigern spielen, aber man braucht mindestens zwölf Stürmer", erklärte Pöck. Zudem können sein Sohn Thomas Pöck und Martin Hohenberger, auch in der Abwehr eingesetzt werden. Für die Center-Position, für die der Teamchef zuletzt viel getestet hat, ist die Entscheidung praktisch gefallen. Thomas Pöck und Mark Szücs werden neben Philipp Lukas und Roland Kaspitz die Sturmlinien anführen.

Reinhard Divis sagt endgültig ab
Reinhard Divis hat eine mögliche Teilnahme bei der Eishockey-WM ab 26. April in Finnland endgültig abgesagt. Der Torhüter, der als bisher einziger Österreicher in der NHL gespielt hat, informierte Teamchef Herbert Pöck, dass er wegen eines Bänderrisses im linken Knöchel nicht zur Verfügung steht. Der 27-jährige hatte sich vor rund zwei Wochen im Spiel seiner Worcester IceCats in der AHL die Verletzung zugezogen, die sich erst am Mittwoch als Bänderriss heraus stellte.

Verhandlungen mit St. Louis laufen noch
"Es ist das Band zwischen zwei Knochen, für einen Torhüter nicht normal. Ich brauche keine Operation, muss aber pausieren", erklärte Divis, der seinen IceCats, einem Farmteam der St. Louis Blues, im Playoff-Spiel am Freitag gegen Binghampton fehlt (Worcester liegt im "best of three" mit 0:2 zurück).

Noch keine Entscheidung ist über die sportliche Zukunft des gebürtigen Wieners gefallen. Sein Agent Don Baizley verhandelt derzeit mit dem NHL-Klub St. Louis Blues über eine Vertragsverlängerung. "Sie wollen verlängern, das haben sie schon gesagt. Jetzt geht es ums Geld. St. Louis zahlt 60 Millionen Dollar an Gehältern, da wollen sie runter", sagte Divis, der im Vergleich zu den Stars allerdings ein Kleinverdiener ist.

17.4.2003 10:38