Mittwoch, 16. April 2003

Starkes Starterfeld bei Vienna City Marathon

  • Buchleitner entscheidet noch über Antreten
  • Rabensteiner muss dieses Jahr passen

Der Vienna City Marathon (VCM) wird bei seiner 20. Auflage am 25. Mai das qualitativ stärkste Teilnehmerfeld seiner Geschichte haben. Veranstalter Wolfgang Konrad kehrte mit dieser erfreulichen Nachricht vom London-Marathon zurück, Namen von neu unter Vertrag genommenen Athleten wollte der Ex-Weltklasse-Hindernisläufer aber keine nennen. Heimisches Zugpferd dürfte wie zuletzt vor zwei Jahren Michael Buchleitner sein, eine definitive Entscheidung darüber soll in der nächsten Woche fallen.

Für Konrad hat sich sein Trip in die englische Hauptstadt ausgezahlt, schon allein wegen der VCM-Werbung. An den Reaktionen von Athleten und Managern hat er gemerkt, dass sich das österreichische 42,195-km-Highlight in der internationalen Szene schon einen Namen gemacht hat. "Es hat mich auch gefreut, dass Joseph Ngolepus in dem Klassefeld Dritter wurde. Bei uns war er im Vorjahr ja Vierter", sagte Konrad. Stolz ist er auch über eine Gruß-Video-Botschaft von Weltbestzeithalterin Paula Radcliffe (2:15:25 Stunden) für das Wien-Rennen.

Anmeldetrend verläuft positiv
Die Anmeldeentwicklung für das sportliche Top-Event in der Bundeshauptstadt verläuft erfreulich, derzeit liegt man mit rund 7.500 um rund 500 Nennungen über der Vergleichszahl im Vorjahr. Durch die Kooperation mit dem New-York-Marathon werden auch weit über 100 US-Amerikaner in Wien starten. "Durch die Situation mit dem Irak-Krieg ist das aber leider nicht ganz wie gewünscht verlaufen", hofft Konrad in dieser Hinsicht nun auf das nächste Jahr.

Kein Rollstuhl-Bewerb geplant
Die von Sportstaatssekretär Karl Schweitzer angesprochene Wiedereinführung eines Rollstuhl-Bewerbes beim VCM wird übrigens nicht stattfinden. Konrad konnte den Politiker davon überzeugen, dass die Voraussetzungen dafür in Wien nicht günstig sind. Erfolgreich verläuft jedoch der Kartenverkauf für die am 14. Mai im Wiener Rathaus zu Gunsten der Christoffel-Blindenmission angesetzte Jubiläumsgala "20 Jahre Vienna City Marathon", Tische zum Preis von 2.000 bzw. Einzelkarten zu 100 Euro sind noch zu haben.

Buchleitner wartet noch ab
Buchleitner läuft am Karsamstag Nachmittag in Paderborn einen Halbmarathon und wird sich danach mit Konrad zusammensetzen. "Grundsätzlich möchte ich gerne in Wien laufen, ich will aber davor noch diesen einen Test abwarten." Ob der 33-Jährige danach ein weiteres Vorbereitungsrennen absolviert, lässt er noch offen. Sicher auf den Straßen Wiens dabei sein wird ÖLV-Rekordlerin Dagmar Rabensteiner, allerdings nur im Staffel-Bewerb. Einen Marathon-Start verhindert ein im März in Kenia eingefangener Darmparasit.

Rabensteiner geht nicht an den Start
Erst einige Zeit nach dem für sie schon traditionellen Höhentrainingslager hatte sie Gewissheit, zittrige Knie nach nur kurzer Belastung hatten sie stutzig gemacht. "Dabei war ich schon im Jänner so gut drauf, hab' mir aber da durch zu intensives Training auch den rechten Unterschenkel-Muskel entzündet. Jetzt bin ich natürlich psychisch etwas unten", meinte die Ärztin. Seit einer Woche hat sie ein Antibiotikum aber abgesetzt und befindet sich wieder im leichten Training: "Ein Kilometerschnitt von 4:10 geht schon locker."

An Wettkämpfe denkt Rabensteiner freilich noch nicht, auch weil sie derzeit noch zwei bis drei Kilogramm unter ihrem Normalgewicht liegt. Den Berlin-Marathon am 28. September hat sie allerdings fix eingeplant. Da geht es dann um das Olympia-Limit, das erst nach der WM Ende August in Paris festgelegt wird. Die Wien-Staffel bestreitet die 39-Jährige gemeinsam mit ihrem Ehemann und Sohn. Berglauf-Spezialistin Cornelia Heinzle komplettiert das Vierer-Team, womit man in der Mixed-Wertung wohl zu den Sieganwärtern zählt.

16.4.2003 10:43