Sonntag, 20. April 2003

UNO-Lebensmittelkonvoi erreicht Bagdad

  • Flughafen von Bagdad bald auch für humanitäre Flüge
  • Iran schickt Lebensmittel für einstigen Kriegsgegner Irak

Der internationale Flughafen von Bagdad soll binnen einer Woche für humanitäre Flüge geöffnet werden. Das teilte ein Sprecher der US-Armee am Sonntag in der irakischen Hauptstadt mit. Indessen erreichte der erstes UNO-Lebensmittelkonvoi Bagdad erreicht. Es handelt sich um 50 Lkws voller Weizen.

Die wichtigsten öffentlichen Einrichtungen sollten ihre Arbeit wieder aufnehmen, um die "Stabilität der Stadt" zu garantieren. Dabei kooperierten die US-Truppen vor allem mit dem Büro für Wiederaufbau und humanitäre Hilfe (ORHA), das vom designierten Leiter einer Übergangsverwaltung im Irak, Jay Garner, geführt wird. Garner soll am Montag in Bagdad eintreffen.

Der Internationale Flughafen von Bagdad war am 8. April von der 3. US-Infanteriedivision eingenommen worden, einen Tag vor der Einnahme Bagdads durch die US-geführten Streitkräfte. Der Flughafen, der bis dahin "Saddam Hussein International Airport" hieß, war seit Beginn des Krieges geschlossen. Er liegt etwa 30 Kilometer vom Zentrum entfernt.

UNO-Lebensmittelkonvoi erreicht Bagdad
Der erste Lebensmittel-Konvoi der Vereinten Nationen hat am Sonntag Bagdad erreicht. Reuters-Korrespondent Edmund Blair beobachtete, wie rund 50 in Jordanien gecharterte Lastwagen im Stadtzentrum auf ein von US-Soldaten bewachtes Gelände fuhren. Die Kolonne war vier Tage unterwegs gewesen.

Nach offiziellen Angaben wurden 1400 Tonnen Weizenmehl in die Stadt gebracht. Mit der Verteilung soll kommenden Monat begonnen werden, wenn die noch bestehenden Vorräte verbraucht sind.

Iran schickt Lebensmittel für den einstigen Kriegsgegner Irak
Die iranische Regierung hat einen ersten Konvoi mit Lebensmitteln zum ehemaligen Kriegsgegner Irak geschickt. Die 500 Tonnen schwere Hilfslieferung setze sich aus Reis, Butter und Zucker sowie Arzneien und Krankenhausbedarf zusammen, hieß es am Sonntag in einer Meldung der Nachrichtenagentur IRNA.

Der Irak und der Iran hatten sich zwischen 1980 und 1988 einen erbitterten und verlustreichen Krieg geliefert. Die Führung in Teheran hatte den Einmarsch britischer und US-Truppen in den Irak verurteilt, den Sturz der Regierung von Saddam Hussein jedoch nicht ausdrücklich bedauert.

20.4.2003 14:29