Iraks Nachbarn fordern USA zu Rückzug auf
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Die Nachbarstaaten des Irak haben die USA und Großbritannien zum Rückzug aus dem Irak aufgefordert. Die "Besatzungsmächte" seien verpflichtet, sich aus dem "Irak zurückzuziehen und den Irakern zu erlauben, ihr Recht auf Selbstbestimmung auszuüben", erklärten die Außenminister mehrerer islamischer Länder in der Nacht zu Samstag während einer Konferenz in der saudiarabischen Hauptstadt Riad. Außerdem setzten sie sich dafür ein, dass die Vereinten Nationen eine "zentrale Rolle" beim Wiederaufbau des Irak spielen sollen.
An dem Treffen nahmen neben dem Außenminister des Gastgeberlandes, Prinz Saud el Faisal, auch die Chefdiplomaten des Iran, Jordaniens, Kuwaits, der Türkei und Syriens teil. Anwesend waren ferner die Außenminister Ägyptens und Bahrains, das derzeit den Vorsitz in der Arabischen Liga inne hat.
Iraker sollen sich selbst regieren
Den Irakern müsse erlaubt werden, sich selbst zu regieren, betonen die Außenminister mehrfach. Eine repräsentative irakische Regierung müsse eingesetzt werden. Bereits vor einigen Tagen hatte Saudiarabien die Vereinigten Staaten aufgerufen, die Besetzung des Irak schnell zu beenden und es dem irakischen Volk zu überlassen, über seine künftige Regierung und seine Zukunft zu entscheiden.
"USA sind Besatzer, nicht Befreier"
Die Alliierten hätten die Pflicht, Sicherheit und Stabilität im Irak zu gewährleisten und die Rechte des irakischen Volkes und sein kulturelles Erbe zu schützen, hieß es weiter. "Die amerikanischen Truppen sind Besatzungstruppen, sogar die Amerikaner und Briten haben das gesagt", erklärte der Gastgeber des Treffens, Außenminister Saud el Faisal, zum Abschluss der Konferenz. "Sie können ihre Verpflichtungen gemäß Genfer Konvention nicht erfüllen, wenn man sie nicht als das bezeichnet, was sie sind."
In der Abschlusserklärung wurden außerdem die jüngsten Drohungen der USA gegen Syrien verurteilt.
Großdemonstration gegen USA
In Bagdad demonstrierten im Anschluss an die Freitagsgebete mehr als 10.000 Iraker gegen die US-Streitkräfte im Land. Augenzeugen zufolge riefen die Demonstranten "Wir werden unser Land nicht verkaufen" und trugen Schilder mit Aufschriften wie "Nein zur Okkupation". Religiöse Führer hatten zuvor in den Predigten gegen die US-Besatzer gewettert. In einer Predigt vor etwa 50.000 Gläubigen in einem Vorort von Bagdad nannte Scheich Mohammed Fartusi, ein Gesandter der religiösen Schiiten aus Najaf, die USA nicht beim Namen; er sagte jedoch, die irakischen Schiiten würden keine formelle Demokratie akzeptieren, "die den Irakern das Recht gibt, zu sagen, was sie wollen, aber kein Recht, über ihr Schicksal zu entscheiden."
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