Mittwoch, 16. April 2003

Zahl gefallener US-Soldaten auf 123 gestiegen

  • Krankenhäuser in Bagdad sollen Arbeit wieder aufnehmen

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums sind während des Irak-Kriegs bisher insgesamt 123 US-Soldaten ums Leben gekommen. Das Pentagon bezifferte in Washington die Zahl der während des Kriegs verwundeten US-Soldaten auf 495, nachdem am Montag noch von 400 verwundeten US-Soldaten die Rede war. Vier US-Soldaten gelten weiterhin als vermisst.

Die Zahl der 123 Toten schließt nach Angaben des Ministeriums 18 Fälle ein, bei denen die Soldaten durch nicht kampfbedingte Ereignisse, etwa Unfälle oder durch so genanntes "friendly fire", ums Leben kamen.

Nach Einschätzung des Ministeriums sind die schweren Gefechte im Irak nach dem Fall der Stadt Tikrit zu Ende. Es sei aber damit zu rechnen, dass einzelne Scharmützel mit irakischen Einheiten noch einige Zeit weiter gehen würden.

Bagdad: 15 Spitäler sollen wieder öffnen
Die US-Armee hat unterdessen die Wiedereröffnung weiterer Krankenhäuser in Bagdad angekündigt. 15 Hospitäler sollten die Arbeit aufnehmen und von örtlichen Polizisten, US-Marineinfanteristen und einer nachbarschaftlichen Bürgerwehr bewacht werden, sagte der US-Offizier John Hoellwarth am Mittwoch in Bagdad. Am Dienstag hatten bereits 14 Krankenhäuser wieder geöffnet. Zudem sollten 500 Mobiltelefone an irakische Vertreter ausgegeben werden, die mit Notfällen betraut seien. Nach Einschätzung der US-Armee sind bis zu 95 Prozent der Infrastruktur des städtischen Telefonnetzes intakt.

US-Soldaten sollten nach Angaben Hoellwarths zudem "zwei oder drei" Kraftwerke reparieren, um einige Viertel der irakischen Hauptstadt wieder mit Strom zu versorgen. Zur Bewachung wichtiger Infrastrukturen würden weitere zwölf gemeinsame Patrouillen der US-Marineinfanterie und der örtlichen Polizei eingesetzt.

"CMOC" eingerichtet
Zur Koordinierung des Wiederaufbaus im Irak richtete die US-Armee ein Zentrum für zivile und militärische Einsätze (CMOC) ein. Das Büro solle die Arbeit in den vier Hauptbereichen Strom, Justizvollstreckung, Wasser und sanitäre Anlagen sowie medizinische Versorgung leiten, teilte das US-Zentralkommando am Dienstagabend mit. Bei einem Treffen mit führenden Vertretern der Stromindustrie und Ingenieuren sei über den Wiederaufbau der Infrastrukturen Bagdads beraten worden. An die Bevölkerung von Bagdad wurden Handzettel auf Englisch und Arabisch verteilt, in denen ihnen empfohlen wurde, von abends bis zum Morgengebet nicht auf die Straße zu gehen.

16.4.2003 10:37