Irak-Krieg: Österreicher rechnen mit schlimmen Folgen
- Neue Krisenherde, Elend, Spaltung des Westens
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Der Irak-Krieg wird noch schlimme Folgen haben. Damit rechnen die Österreicher laut den Ergebnissen einer soeben abgeschlossenen und am Dienstag veröffentlichen Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS. Demnach seien vor allem das Entstehen neuer Krisenherde im Nahen Osten, im Irak ein Anhalten von Hunger und Elend und eine Spaltung des Westens zu befürchten.
Imas befragte im Zeitraum zwischen 25. März und 9. April 1.000 repräsentativ ausgewählte Österreicher ab 16 Jahren. Dabei sprach sich erneut eine deutliche Mehrheit gegen den Irak-Krieg aus: Nur 13 Prozent hielten den Angriff der USA und Großbritanniens auf den Irak zur Entmachtung Saddam Husseins für gerechtfertigt, 69 Prozent bestritten dies. 18 Prozent waren unentschieden.
Mehrheit rechnet mit weiteren Krisen
Was die Folgen der Kriegshandlungen betrifft, rechnen jeweils 69 Prozent mit dem Aufbrechen weiterer Krisenherde im Nahen Osten und für den Irak selbst mit einer lang anhaltenden Periode von Hunger und Elend. 67 Prozent erwarten, dass die islamischen Racheakte in aller Welt zunehmen und eine ständige Bedrohung für den Westen darstellen werden.
Verschärfung der Wirtschaftskrise erwartet
Dazu gesellt sich die mit 64 Prozent Nennungen ebenfalls ziemlich starke Überzeugung, dass die USA in Zukunft auch anderen Ländern ihre militärische Macht noch stärker als bisher spüren lassen werden. 62 Prozent prophezeien, dass sich der Irak-Krieg nachteilig auf die Weltwirtschaft auswirken und die Wirtschaftskrise zusätzlich verschärfen werde. Immerhin noch knapp jeder Zweite hält es auch für wahrscheinlich, dass die Gegnerschaft zwischen Betreibern und Gegnern des Irak-Krieges Europa immer mehr spalten werde.
Beträchtlich viele - konkret 42 Prozent - nehmen darüber hinaus an, dass die neuen osteuropäischen Nato-Staaten wie Polen oder Tschechien mit Hilfe der USA in Europa mehr Einfluss erhalten werden. Etwas schwächer ausgeprägt - 40 Prozent - ist die Hoffnung, die Europäer würden aus den Vorgängen rund um den Irak lernen und in Zukunft geschlossener auftreten.
Umfassender Pessimismus
Sieben weitere von den Meinungsforschern angebotene Wahlmöglichkeiten erschienen den Befragten ziemlich unrealistisch. Vor allem, dass im Nahen Osten bald wieder friedliche und geordnete Verhältnisse entstehen und sich die Lebensverhältnisse der Menschen im Irak rasch verbessern. Nur geringfügig größer ist die Erwartung, dass es zwischen Betreibern und Gegnern des Irak-Krieges relativ bald wieder zu einer Aussöhnung mit allgemein positiven Folgen kommen wird. Zwar rechnet die Mehrheit nicht mit einer Zerreißprobe ganz großen Stils, doch hält immerhin jeder Dritte Österreicher ein Auseinanderbrechen der Nato und das Entstehen extremer Spannungen innerhalb des Westens bis hin zur Kriegsgefahr für denkmöglich.
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