Schröder & Blair: "Schlüsselrolle" für UNO im Irak
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Nach den gegensätzlichen Positionen zum Irak-Krieg haben sich Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder und der britische Premierminister Tony Blair für eine gemeinsame Lösung bei der Nachkriegsordnung ausgesprochen. Beide stimmten nach einem Treffen in Hannover am Dienstag grundsätzlich überein, dass die Vereinten Nationen beim Wiederaufbau eine zentrale Rolle spielen müssten. Blair sagte: "Es besteht Übereinstimmung dass, im Prinzip, die UNO eine Schlüsselrolle einnehmen muss."
Schröder räumte aber ebenso wie Blair ein, dass die Einzelheiten dazu erst noch geklärt werden müssten. Der Kanzler sagte, dass dies eine schwierige Aufgabe sei.
Schröder und Blair machten deutlich, dass zunächst die humanitäre Hilfe so schnell wie möglich in die Wege zu leiten sei. Dabei bot der Kanzler auch deutsche Unterstützung an: "Wenn wir helfen können, beispielsweise bei der Behandlung von Kindern, ist das selbstverständlich." Außerdem müssten rasch Sicherheit und Ordnung im Irak hergestellt werden. Der Kanzler sagte, die Alliierten bemühten sich sichtlich darum. Blair erinnerte daran, dass das System im Irak erst vor wenigen Tagen zusammengebrochen sei.
Mit Blick auf die Nachkriegsordnung sagte Blair, es bestehe Übereinkunft, dass der Irak in Richtung Demokratie entwickelt werden müsse. Schröder betonte: "Jede Diktatur, die überwunden ist, ist ein Gewinn für die Menschen in der Welt." Es werde jetzt darauf ankommen, aus dem militärischen Sieg einen politischen Gewinn für den Irak und die Welt zu machen. Das werde viel Arbeit bedeuten. Er betonte aber rückblickend angesichts der Meinungsverschiedenheiten zum Krieg, beide seien der Auffassung, "dass die Probleme, die sich angesichts der neuen Situation stellen, auch zu lösen sind". Nach dem kategorischen Nein der deutschen Regierung zum Irak-Krieg mit britischer Beteiligung waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern zeitweise angespannt.
Die Regierungschefs hoben darüber hinaus die Bedeutung der Beziehungen zu den USA hervor. Schröder sagte, es sei "keine Frage", dass die transatlantischen Beziehungen wichtig seien. Daran in Zukunft zu arbeiten sei "eine gemeinsame Aufgabe". Mit Blick auf einen Ausbau der gemeinsamen europäischen Verteidigung sagte Blair, er sei immer für eine solche Stärkung gewesen. Voraussetzung sei aber, dass künftige Strukturen auch immer mit der NATO vereinbar sein müssten. Der britische Premierminister lobte zugleich die engen Beziehungen zu Deutschland und nannte Schröder "einen guten Freund".
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