Montag, 14. April 2003

UNICEF: Immer mehr irakische Kinder in Lebensgefahr

  • Vor allem rapider Anstieg von Durchfall-Erkrankungen

Die gesundheitliche Situation der irakischen Kinder wird immer bedrohlicher, meldete am Montag das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF. Helfer der Organisation berichteten, dass die gefährlichen Durchfallerkrankungen rapide zunehmen.

In der Hafenstadt Um Qasr im Süden des Landes habe sich die Rate der erkrankten Kinder in den vergangenen Tagen verzehnfacht. Ursache sei verseuchtes Trinkwasser. Mediziner befürchten, dass die zunehmenden Durchfallerkrankungen zu einem dramatischen Anstieg der Zahl von mangelernährten Kindern führen werden.

Täglich Hilfslieferungen
Im Süden des Landes werden täglich UNICEF-Hilfslieferungen mit Trinkwasser und Medikamenten gebracht. Rund 90 Tankwagen haben bereits mehr als drei Millionen Liter in diese Region gebracht. Bis Anfang nächster Woche werden weitere zehn Transporte auf den Weg geschickt. In der Hafenstadt Um Qasr arbeiten Ingenieurteams im Auftrag von UNICEF an der Wasserversorgung. Das dortige Krankenhaus wurde bereits mit einem 10.000 Liter fassenden Trinkwasserbehälter und einem Verteilersystem ausgestattet.

Hilfe für den Nordirak
Im Nordirak erhalten die insgesamt rund 200 irakischen UNICEF-Mitarbeiter in Kürze wieder Unterstützung durch internationale UNICEF-Helfer. Fünf Lastwagen beladen mit mehr als 31 Tonnen Material für Krankenhäuser haben gerade Dohuk erreicht. Weitere fünf Lastwagen mit Wasserreinigungstabletten und Material für sanitäre Anlagen sind unterwegs, so die Organisation.

UNICEF verlangt Einschreiten gegen Plünderungen
UNICEF forderte die amerikanischen und britischen Truppen auf, für sicheren Zugang der Helfer zu sorgen und gegen Plünderungen einzuschreiten, die auch vor Krankenhäusern und Gesundheitsstationen nicht Halt machen. "UNICEF hat vor dem Krieg Netzwerke und Verteilersysteme im Irak aufgebaut. Dies ist die Voraussetzung dafür, um zum Beispiel Impfkampagnen durchführen und unterernährten Kindern zu helfen", sagte Carel De Rooy, Leiter von UNICEF Irak. "Die Plünderungen, das Chaos und der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung könnten diese lebenswichtigen Systeme völlig zerstören."

14.4.2003 09:50