Samstag, 19. April 2003

Falcone-Mord: Kassation streicht die Haftstrafen

  • Verfahren um Bombenterror von 1993 wird neu aufgerollt

Das römische Kassationsgericht hat die Neuaufrollung eines Mafia-Prozesse gegen 13 Mafiosi beschlossen, die wegen des Mordes an dem Mafia-Jäger Giovanni Falcone im Juli 1992 verurteilt worden waren. Die Strafen waren von einem Geschworenengericht in Catania im vergangenen Jahr erteilt worden. Zu den verurteilten Bossen zählten prominente "Paten" wie Pietro Aglieri und Giuseppe Calo.

Das Kassationsgericht bestritt die Gültigkeit der Aussagen einiger Kronzeugen, die auf entscheidende Weise zur Verurteilung der Angeklagten beigetragen hatten. Der Prozess wird in den kommenden Wochen wieder beginnen.

Nach Angaben der italienischen Behörden hatte die Mafia 1992 versucht, mit den Anschlägen auf Falcone und seinem Kollegen Paolo Borsellino (im kleinen Bild rechts neben Falcone) den politischen Erneuerungsprozess in Italien zu stoppen. 1993 war ein entscheidendes Jahr in den Untersuchungen der Anti-Korruptions-Ermittler, die mit ihrer Justizoffensive "Mani pulite" (Saubere Hände) letztlich die politische Führungselite hinwegfegte.

19.4.2003 18:42