Samstag, 19. April 2003

Nordkorea sorgt mit Atombrennstäben für Verwirrung

  • Washington will China, Südkorea und Japan konsultieren

Wenige Tage vor geplanten Gesprächen mit den USA und China über sein umstrittenes Atomprogramm hat Nordkorea für Verwirrung gesorgt. Nordkorea hatte in einer Erklärung seines Außenministeriums mitgeteilt, man sei "erfolgreich" dabei, mehr als 8.000 abgebrannte Atombrennstäbe wieder aufzubereiten. Aus solchen Brennstäben könnte das Land waffentaugliches Plutonium gewinnen.

Nach der Erklärung war zunächst unklar, ob die USA an den für kommende Woche in Peking geplanten Gesprächen festhalten werden.

Übersetzungsfehler?
Später erklärten amerikanische Experten jedoch, in den englischen Text der Erklärung habe sich offensichtlich ein Übersetzungsfehler eingeschlichen. Denn aus dem koreanischen Originaltext gehe nicht hervor, dass Nordkorea bereits mit der Aufbereitung begonnen habe.

Gespräche zwischen Nordkorea, China und USA fraglich
Der Sicherheitsberater des südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun, Ra Jong Yil, äußerte sich am Samstag zuversichtlich, dass die Gespräche in Peking doch zu Stande gekommen werden. Im Zuge des Streits um sein Atomprogramm war Nordkorea Anfang des Jahres aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgetreten.

Pjöngjang zu Verhandlungen mit Südkorea bereit
Unterdessen zeigte sich Nordkorea erneut zu bilateralen Gesprächen mit Südkorea bereit. Nordkorea habe am Samstag vorgeschlagen, die Ministergespräche über eine Verbesserung der Beziehungen sollten vom 27. bis zum 29. April in Pjöngjang stattfinden, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Nordkorea hatte zuvor die ursprünglich für Anfang April geplante zehnte Ministerrunde mit Südkorea platzen lassen. Der jüngste Vorstoß Pjöngjangs erfolgte einige Tage nach der Bitte an Südkorea um Hilfslieferungen für das von chronischen Versorgungskrisen geplagte Land.

19.4.2003 09:17