Hongkong räumt Fehler im Umgang mit SARS ein
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Neue, mysteriöse Lungenentzündung
Hongkong hat am Freitag erstmals Fehler im Umgang mit der gefährlichen Lungenkrankheit SARS eingeräumt. Der Regierungschef der chinesischen Sonderverwaltungszone, Tung Chee-hwa, kündigte an, die Bemühungen zur Eindämmung des Schweren Akuten Atemwegssyndroms würden verstärkt. So sollte am Samstag erneut eine groß angelegte Reinigungsaktion der Stadt beginnen.
Die Länder Südostasiens wollen Ende des Monats in Bangkok über eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen die gefährliche Lungenkrankheit SARS beraten. Das teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in der thailändischen Hauptstadt am Freitag mit.
Das Treffen der zehn Mitglieder des Verbandes südostasiatischer Staaten (ASEAN) ist den Angaben zufolge für den 29. April geplant.
"Zu Beginn zu wenig aktiv"
"Am Anfang waren wir nicht so aktiv, wie wir es jetzt sind", sagte Tung in Hongkong. Seit Donnerstag wird auf dem Flughafen der Stadt bei allen abfliegenden Passagieren die Temperatur gemessen, in der kommenden Woche soll die Maßnahme auf eintreffende Fluggäste ausgedehnt werden. "Ich denke, insgesamt stabilisiert sich die Lage langsam", erklärte Tung. Hongkong war in die Kritik geraten, weil es deutlich später zu Quarantäne-Maßnahmen griff als andere betroffene Gebiete wie etwa Singapur.
Am Samstag sollten besonders ältere Gebäude und Alleen in Hongkong gereinigt werden, in denen die Putzkolonnen nicht so häufig unterwegs sind wie in den Bürohochhäusern und teuren Wohngebieten. In den Wolkenkratzern werden Fahrstühle und Türklinken mittlerweile mehrmals täglich desinfiziert.
Peking verfügt Meldepflicht für SARS
Die Kommunistische Partei in Peking erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua vom Freitag, alle Fälle von SARS müssten umgehend gemeldet werden. Die Regierungspartei mache alle Behördenmitarbeiter persönlich für den Kampf gegen die Lungenkrankheit verantwortlich.
Der frühere Gouverneur von Hongkong, Chris Patten, hatte den chinesischen Behörden vorgeworfen, Informationen über SARS zurückzuhalten. "Ich glaube nicht, dass sie alles gesagt haben", erklärte Patten am Donnerstag. Am Vortag hatte die WHO kritisiert, dass in den chinesischen Statistiken bisher nicht alle bekannten SARS-Fälle aufgeführt seien.
Hongkong registrierte bisher 69 SARS-Opfer, nach einem weiteren Todesfall vom Freitag in der Inneren Mongolei stieg die Zahl der Toten im übrigen China auf mindestens 66. Weiter gab es u.a. 15 Todesfälle in Singapur und 13 in Kanada.
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