Donnerstag, 17. April 2003

USA erwarten langwierige Verhandlungen mit N-Korea

  • Russland begrüßt Wiederaufnahme des Dialogs
  • Pjöngjang bittet Südkorea um Reis und Dünger

Im Atomstreit mit Nordkorea rechnen die USA mit langen und zähen Verhandlungen. Nach der Zustimmung Pjöngjangs zu Gesprächen unter Einschluss Chinas sagte US-Außenminister Colin Powell der Fernsehnachrichtenagentur APTN, Washington werde den nordkoreanischen Delegierten seine Sorgen über "ihr Programm zur Entwicklung von Atomwaffen, ihre Waffenlieferungen und Raketenprogramme" deutlich zum Ausdruck bringen. Er erwarte keinen schnellen Durchbruch.

Nach sechsmonatigem Streit kommen die USA und Nordkorea vermutlich bereits in der kommenden Woche erstmals zu Verhandlungen zusammen. An den Gesprächen in Peking sollen auch Vertreter Chinas teilnehmen. Nordkorea hatte erst am Wochenende seinen Widerstand gegen multilaterale Gespräche aufgegeben. Nach dem Treffen in Peking wollen die USA auch weitere Länder wie Japan, Südkorea und Russland in den Dialog einbeziehen.

Russland begrüßte am Donnerstag das geplante Treffen und erklärte sich zur Vermittlung bereit. Moskau werde den Annäherungsprozess nachhaltig unterstützen, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Südkorea begrüßt die geplanten Gespräche. Das Dreier-Treffen in der nächsten Woche in Peking sei jedoch nur die erste Stufe von multilateralen Verhandlungen über den Konflikt, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des Außenministeriums in Seoul. Südkorea werde sich dafür einsetzen, an den Gesprächen später teilzunehmen.

Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun sagte zuvor, dass ein gutes Ergebnis der Gespräche wichtiger sei als die Form der Verhandlungen. Roh antwortete damit auf Kritik im eigenen Land am Ausschluss Südkoreas von den Gesprächen. Südkorea hatte bisher gefordert, von Anfang an an den von den USA geforderten multilateralen Verhandlungen beteiligt zu werden.

Der Konflikt zwischen USA und Nordkorea verschärfte sich im Oktober, nachdem Pjöngjang nach US-Angaben eingeräumt hatte, ein geheimes Atomprogramm zu unterhalten. Die USA und ihre Verbündeten stellten daraufhin ihre Öllieferungen ein. Nordkorea reagierte mit dem Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag und der Ausweisung der Kontrolleure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

17.4.2003 12:37