Dienstag, 15. April 2003

Wunder-Mittel: Johannes Paul II. "wie ausgewechselt"

  • Papaya-Extrakt schützt Nervenzellen des Gehirns vor Verfall

Mit Ostern rückt unweigerlich der Gesundheitszustand von Papst Johannes Paul II. in den Mittelpunkt des Interesses. Hatte der Pontifex vor einem Jahr noch extrem gebrechlich gewirkt, so machte er am Palmsonntag, dem Auftakt der Karwoche, einen überraschend erholten Eindruck. Ein Papaya-Elixier soll dem Papst zu neuer Energie verhelfen!

"Er scheint wie neugeboren zu sein", kommentierte das italienische Fernsehen. "Der Papst wirkt wie ausgewechselt", meint auch der Doyen der italienischen Vatikan-Journalisten, Marco Tosatti von der Tageszeitung "La Stampa".

Der behandelnde Arzt: Es handle sich um keine Medizin, sondern um Vitaminpräparate. Kernstück des "Elixiers" sei ein Papaya-Extrakt, der die Nervenzellen des Gehirns vor dem Verfall schützen soll - denn Parkinson ist eine Krankheit, bei der das Gehirn langsam abstirbt. Zunächst werden der Bewegungsapparat und die Sprechfähigkeit immer mehr gelähmt, danach lassen auch die Denkfähigkeiten nach.

Offiziell hat sich der Vatikan zu dem Thema Papst-Gesundheit immer wortkarg gezeigt und damit allerhand Spekulationen ausgelöst. Insider wollen aber wissen, dass der Papst jetzt schon deshalb einen erholten Eindruck macht, weil er begonnen habe, sich ernsthaft an den Rat der Ärzte zu halten.

Mit der Gehbehinderung, neben den Sprechproblemen sichtbarste Folge von Parkinson, scheint sich der Papst abgefunden zu haben. So soll er Medienberichten zufolge bereit sein, künftig auch den Rollstuhl zu benutzen. Bei der Palmsonntagsmesse zelebrierte er erstmals sitzend die Eucharistie - bisher quälte sich der für seine Willensstärke bekannte Pole, um stehen zu können.

Geistig fit
Über die geistige Präsenz von Johannes Paul II. herrscht kein Zweifel. Eindrucksvoll hatte er in den vergangenen Monaten öffentlich vor einem Irak-Krieg gewarnt und sich für den Weltfrieden eingesetzt. Dabei wich er auch von vorbereiteten Redetexten ab und erinnerte daran, dass er den Zweiten Weltkrieg hautnah erlebt habe.

Wieder reisefreudig
In den kommenden Monaten will sich Johannes Paul II. etwas weniger schonen und auch einige Auslandsreisen absolvieren - zunächst Anfang Mai nach Spanien und im Juni nach Kroatien. Jene nach Kroatien wäre die 100. Auslandsreise seit seiner Wahl vor fast 25 Jahren, am 16. Oktober 1978.

15.4.2003 12:36