FORMAT: Wiesenthal-Center startet letzte Jagd auf NS-Täter - über 170 Verdächtige, viele davon in Österreich
- "Nazijäger" Zuroff übt Kritik an österreichischen Behörden
- Simon Wiesenthal zieht sich zurück
Das Simon-Wiesenthal-Center Jerusalem vermutet mehrere NS-Kriegsverbrecher in Österreich. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. "In Österreich gibt es sehr viele potentielle Verdächtige. Wir tragen jetzt in einigen Fällen das Material zusammen", sagt Efraim Zuroff, Leiter des Instituts, gegenüber dem Nachrichtenmagazin.
Gleichzeitig übt Zuroff Kritik an den Behörden: Sie seien "nicht besonders interessiert", noch lebende NS-Täter strafrechtlich zu verfolgen. Zuroff weiter: "Die Inaktivität der österreichischen Behörden ist ein direktes Resultat des fehlenden politischen Willens, NS-Kriegsverbrecher vor Gericht zu bringen."
"Operation Last Chance"
Derzeit sucht das Simon-Wiesenthal-Zentrum Jerusalem im Rahmen der "Operation Last Chance" im Baltikum nach den letzten noch lebenden Kriegsverbrechern. Zuroff denkt nun daran, die Aktion auch auf Österreich auszudehnen: "Meiner Überzeugung nach ist Österreich eines der ersten Länder, in denen wir das Projekt vorantreiben müssen."
Nach Recherchen von FORMAT laufen in Österreich derzeit noch vier Verfahren gegen mutmaßliche NS-Täter. Sieben weitere wurden in den vergangenen Monaten eingestellt.
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