"Arkans" Mörder in Wiener Wohnung festgenommen
- Milosevic-Vertrauter wurde im Jänner 2000 getötet
Wie erst jetzt bekannt wurde, konnte der international gesuchte Mörder von Zeljko Raznatovic - besser bekannt als "Arkan" - am Dienstag in Wien festgenommen werden. Arkan war als Milizenführer im jugoslawischen Bürgerkrieg und Vollstrecker für heikle Aufgaben des ehemaligen jugoslawischen Staatschefs Milosevic bekannt.
Der Festgenommene, Dragan N., wird verdächtigt, am 15. Jänner 2001 im Belgrader Hotel Intercontinental "Arkan" und seine beiden Leibwächter ermordet zu haben. "Arkan" war als Vollstrecker für heikle Aufgaben des ehemaligen jugoslawischen Staatschefs Slobodan Milosevic bekannt.
Mafia-Verstrickungen
Seine Milizen sollen während der Kriege auf dem Balkan zahlreiche Kriegsverbrechen begangen haben, weswegen Arkan bereits im Jahr 1997 vom UNO-Tribunal in Den Haag angeklagt worden war. In Belgrad war Arkan auch als Mafia-Boss gefürchtet und hatte gute Kontakte mit dem mutmaßlichen Auftraggeber des Mordes am serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic, Milorad Lukovic "Legija".
"Reibungslose" Verhaftung
Wie die Polizei mitteilte, ist der Mörder Arkans von Zielfahndern des Bundeskriminalamtes und Beamten der Bundespolizeidirektion Wien in seiner Wiener Wohnung festgenommen worden. Gegen ihn bestand seit 9. Februar 2000 ein internationaler Haftbefehl von einem Belgrader Gericht. Die Verhaftung im 14. Wiener Gemeindebezirk sei "reibungslos über die Bühne gegangen", sagte Gerhard Lang vom Bundeskriminalamt gegenüber der APA. Nachdem sich der Verdacht erhärtet habe, dass sich Dragan N. in Wien aufhalte, habe man gezielt nach ihm gefahndet, berichtete Lang. Nun erwarte man ein Auslieferungsverfahren der serbisch-montenegrinischen Behörden. Diesem werde man auch stattgeben.
Bei Dragan N. handle es sich um einen von zwei Mördern Arkans. Der andere seit bereits vor längerer Zeit in Belgrad festgenommen worden. Da der Haftbefehl gegen den Arkan-Mörder bereits seit mehr als zwei Jahren besteht, hat dessen Festnahme offenbar nichts mit den Ermittlungen nach der Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic am 12. März 2003 zu tun.
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