Montag, 14. April 2003

NÖ-Wahl: Ein Niederösterreicher wählte drei Mal

  • Wollte "Wahlbeteiligung verbessern"

Ein Niederösterreicher hat bei der Landtagswahl am 30. März gleich drei Mal seine Stimme abgegeben. Er ist sowohl in der Hauptwohnsitz-Gemeinde als auch an zwei Nebenwohnsitzen in der Wählerevidenz und hat dort jeweils eine Wahlberechtigung erhalten. Also hat er seine Stimme drei Mal abgegeben, um die Wahlbeteiligung zu verbessern.

Das erklärte er laut einer Aussendung in "Kronehit". Die Landeswahlbehörde räumte ein, dass so etwas passieren könne. Grüne und FPÖ waren entrüstet und forderten Änderungen.

Joachim Weninger von der Wahlbehörde erklärte: "Wer wählen darf und wer nicht ist aber Sache der Gemeinden." Es gebe 573 Gemeinden und deren EDV-System seien zueinander nicht kompatibel.

"Unternehme etwas gegen schlechte Wahlbeteiligung"
Dies nützte der Niederösterreicher aus: Die erste Stimme gab er schon Donnerstag vor der Wahl mittels Wahlkarte an seinem Hauptwohnsitz ab, die beiden Stimmen in den Nebenwohnsitzen am Wahltag selbst im Wahllokal der jeweiligen Ortschaften. Natürlich sei das illegitim, räumte er gegenüber "Kronehit" ein - "aber es gehen ja viele überhaupt nicht wählen - und da unternehme ich eben etwas gegen die schlechte Wahlbeteiligung".

Grüne und FPÖ empört
Die Grüne Spitzenkandidatin Madeleine Petrovic kündigte eine Sanierung bis spätestens 2008 - der nächsten Landtagswahl - an. FPÖ-Spitzenkandidat Franz Marchat wunderte sich, dass "solche Zustände im Zeitalter eines zentralen Melderegisters überhaupt noch möglich sind".

14.4.2003 11:08