S&T notiert ab jetzt an der Wiener Börse
- Wien-Notiz soll S&T-Aktie auch für Kleinanleger attraktivieren
- Umsatz-, Gewinn- und Kursanstieg 2003 erwartet
Der in Zentral- und Osteuropa tätige EDV-Dienstleister S&T erwartet sich von der neuen Notierung an der Wiener Börse "mehr Liquidität" und damit auch mehr Attraktivität für Kleinanleger, was sich "auch im Kurs widerspiegeln sollte", sagte S&T-Vorstand Karl Tantscher. Man rechnen zumindest mit einem "Grundrauschen", sprich dass der Kurs - anders als bisher an der Nasdaq Europe - künftig "durch Handel und nicht durch einen Mittelwert von Bids und Asks gebildet wird".
Vorerst bleibt das Unternehmen auch weiter an der Nasdaq Europe notiert. "Wir erwarten, dass ein Delisting an der Nasdaq Europe blad sinnvoll sein wird, lassen das aber unsere Investoren entscheiden", betonte Tantscher. Als Anreiz für den Handel der Aktien an der Wiener Börse will S&T die Kosten für die einmalige Änderung des Lagerortes von Brüssel nach Wien übernehmen, die bei manchen Banken über 50 Euro pro Depot betragen könnten. Vorerst wird der Handel an der Wiener Börse laut Lead-Manager Raiffeisen Centrobank (RCB) zunächst nur über professionelle Händler erfolgen.
Für die neue Börsennotiz in Wien hat S&T laut Finanzchef Martin Bergler "das übliche, im Bereich von 100.000 Euro ausgegeben". Vergangene Woche hat das Unternehmen, wie berichtet, sieben osteuropäische Servicetöchter des größten japanischen Computerbauers Fujitsu übernommen. Zudem wurde eine Absichtserklärung für den Erwerb drei weiterer Töchter unterzeichnet. Kaufpreis wurde damals keiner genannt.
Mit Gewinnanstieg wird gerechnet
Trotz der Integrations- und Börsenkosten rechnet S&T heuer mit einem Gewinnanstieg. Auch die Erlöse sollen steigen. Firmenchef Tantscher erwartet für heuer ein organisches Umsatzwachstum um "10plus Prozent". Die übernommenen Fujitsu Services-Töchter sollen nach ihrer Konsolidierung heuer noch zusätzlich 30 Mio. Euro einspielen.
Im abgelaufenen Jahr 2002 hat S&T nach den vorgelegten endgültigen Zahlen 171,1 Mio. Euro umgesetzt, um 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem in der Ukraine, Russland und in Kroatien habe sich das Geschäft gut entwickelt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging hingegen um 6,2 Prozent auf 7,3 Mio. Euro zurück, das Betriebsergebnis (EBIT) sank um 35 Prozent auf 2,6 Mio. Euro.
2003 soll ein positives Ergebnis bringen
S&T macht für den Umsatzrückgang zum einen mit akquisitionsbedingten Firmenwertabschreibungen, mit Integrationskosten für die im Vorjahr übernommene türkische Protek und einem relativ schwachen vierten Quartal verantwortlich. Das "kleine aber positive Nettoergebnis" und die "ausgezeichnete Auftragslage" in den ersten drei Monaten 2003 als Folge des schwächeren Vorquartals stimmten aber "positiv" für das heurige Jahr, sagt Bergler.
Vor allem das margenträchtige IT-Dienstleistungsgeschäft soll heuer weiter ausgebaut werden. Bis 2005 soll der Anteil des Dienstleitungsbereichs am S&T-Gesamtumsatz 25 auf 45 Prozent ansteigen und der Hardware-Anteil von 65 Prozent auf 45 Prozent zurückgehen.
Imulse durch EU-Osterweiterung
Große Impulse erhofft sich das Unternehmen außerdem von der EU-Osterweiterung 2004. In den Beitrittsländern habe S&T 2002 bereits 44 Prozent seines erwirtschaftet. Während die IT-Ausgaben in Westeuropa bereits im Schnitt 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichten, liege dieser Prozentsatz in den osteuropäischen Ländern bei einem insgesamt niedrigeren BIP deutlich tiefer. Beide Komponenten würden sich in den nächsten Jahren "in die positive Richtung bewegen", sagt Tantscher.
S&T ist als Anbieter von IT-Lösungen vor allem für große und mittlere Unternehmen aus den Bereichen Telekom, Banken, Energie, Gesundheit und öffentliche Institutionen in 18 Ländern Zentral-, Ost- und Südeuropas tätig. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich mit der Übernahme der Fujitsu Services-Töchter von 900 auf 1.200 erhöht.
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