Donnerstag, 10. April 2003

FORMAT: Eigentümer Müller will Ankerbrot verkaufen

  • Sanierungsplan empfiehlt die Streichung von rund 300 Jobs
  • Ankerbrot: 2001 knapp 12 Mio. Euro Verlust

Eine Kehrtwende zeichnet sich im Fall der notleidenden Ankerbrot AG ab. Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hat der Münchner Eigentümer Hans Müller jun. den heimischen Gläubigerbanken jetzt seinen Beschluß mitgeteilt, den größten Backwarenkonzern des Landes verkaufen zu wollen.

Das wurde FORMAT aus Bankenkreisen bestätigt. In den Protokollen der Kreditinstitute zur kürzlich erfolgten Präsentation eines neuen Sanierungsplanes heißt es: "Von Seiten Müller Brot wurde die Entscheidung getroffen, sich von Ankerbrot zu trennen."

Müller hat in den letzten fünf Jahren um die 70 Millionen Euro gepumpt, weiteres Geld soll nicht mehr fließen. Zu seinen Verkaufsabsichten gibt Hans Müller "keinen Kommentar" ab. Laut FORMAT-Informationen hat er aber bereits die Münchner Investmentgesellschaft Orlando kontaktiert, die einen Anker-Einstieg prüft. In Österreich hat Orlando mit dem Wiener Sanierer Erhard Grossnigg bereits die marode Autozubehör-Kette Forstinger übernommen. Grossnigg könnte auch bei Anker mit von der Partie sein. Das heimische Bankenkonsortium, bei dem Anker mit 34,5 Millionen Euro verschuldet ist, sondiert ebenfalls Kaufinteressenten.

Parallel zu diesen Bemühungen soll ein weiterer Sanierungsanlauf für Anker gestartet werden. Hans Müller wird sich aus dem Vorstand zurückziehen, neue Vorstände werden gesucht. Laut FORMAT empfiehlt das Restrukturierungskonzept den Abbau von 15 Prozent des Personals: Das bedeutet die Streichung von 300 Jobs. Die neuerlichen Sanierungskosten werden mit 4,65 Millionen Euro beziffert. Der operative Verlust soll 2003 auf 5,9 Millionen Euro gesenkt werden.

Die ausführliche Story lesen Sie im neuen FORMAT.

10.4.2003 12:36