Mittwoch, 9. April 2003

IWF sieht weltweite Erholung 2003 mit Risiken

  • Globales Wachstum von 3,2 (bisher 3,7) Prozent prognostiziert
  • Verzögerte Belebung für Euro-Zone, v.a. für Deutschland

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht nach Angaben aus IWF-Kreisen in seiner Frühjahrsprojektion von einer mit erheblichen Risiken behafteten Erholung der Weltwirtschaft in diesem Jahr aus. Für die Euro-Zone und vor allem für Deutschland erwarte der IWF dabei eine verzögerte Belebung. Für die Weltwirtschaft prognostiziere der IWF ein Wachstum von 3,2 Prozent für 2003, hieß es aus den Kreisen weiter. Das noch relativ kräftige Wirtschaftswachstum schreibe der IWF vor allem der Dynamik in den asiatischen Schwellenländern und den Transformationsländern zu.

Im vergangenen September war der IWF in seinem halbjährlichen Bericht noch von einem Weltwirtschaftswachstum von 3,7 Prozent ausgegangen. 2002 war die Weltwirtschaft um 3 Prozent gewachsen. Den Kreisen zufolge geht der IWF in seinen Prognosen für 2003 von einem durchschnittlichen Ölpreis von 31 Dollar je Fass (159 Liter) aus.

Angesichts des schlechten Wirtschaftsklimas habe der IWF seine Prognosen für die Euro-Zone und für Deutschland deutlich gesenkt. Für Deutschland erwarte der Fonds nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) statt wie noch im September von 2 Prozent. Für die Euro-Zone liege die Prognose nun bei 1,1 (September 2,3) Prozent. Am Dienstag hatte die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone auf ein Prozent und für Deutschland auf 0,4 Prozent gesenkt.

Das Wachstum in den USA bewertet der IWF den Angaben zufolge als fragil, prognostiziere aber noch eine robuste Rate von 2,2 Prozent 2003. Im Herbst hatte die Prognose noch bei 2,6 Prozent gelegen. Den Kreisen zufolge verweist der IWF dabei darauf, dass das bisher rasche Wachstum der Stundenproduktivität die Einkommen der privaten Haushalte stützte, jüngste Indikatoren aber auf eine Abschwächung des Verbrauchs hingedeutet hätten. Risiken für die USA seien ein längerer Irak-Krieg, ein deswegen ausuferndes Haushaltsdefizit, die unsicheren Nachfolgen der geplatzten Aktienmarktblase sowie das hohe Leistungsbilanzdefizit.

In Japan sieht der IWF den Kreisen zufolge die Talsohle als noch nicht überwunden an. Das schwache Wachstum dürfte ebenso wie die Deflation anhalten. Die Aussichten für die Schwellenländer bezeichne der IWF als gemischt. Hohes und stabiles Wachstum in Asien stünden Krisen in Lateinamerika gegenüber.

9.4.2003 11:46