Dienstag, 8. April 2003

EU senkt Prognose: Nur 1% statt 1,8% Wachstum

  • Neuer EU-Bericht ortet Italien als neuen Defizit-Sünder
  • EU-Kommission: Defizitverfahren gegen Frankreich (Kasten)

Die EU-Kommission muss ihre Frühjahrsprognose zu den Wachstumserwartungen deutlich nach unten korrigieren! Von 1,8% auf 1%. Der Kreis der "Defizitsünder" im Euroland wird größer: Nach Frankreich, Deutschland und Portugal könnte auch Italien die 3%-Grenze überschreiten (siehe Kasten rechts).

Die EU-Kommission verabschiedet in Straßburg ihre Frühjahrsprognose für die europäische Wirtschaft. Darin werden die bisherigen Wachstumserwartungen nach unten revidiert. Für die gesamte Eurozone geht EU-Finanzkommissar Pedro Solbes in diesem Jahr nur noch von etwa einem Prozent Wachstum aus. Ursprünglich war die Behörde von 1,8 Prozent ausgegangen. Für nächstes Jahr erwartet Solbes dann wieder ein Wachstum von mehr als zwei Prozent.

Erwartet wurde, dass Deutschland und Frankreich nach der Prognose auch in diesem Jahr eine Neuverschuldung von mehr als 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufweisen werden. 2004 erwartet die EU-Kommission nach bisherigen Äußerungen zumindest für Deutschland eine Besserung, Frankreich könnte dann erneut über drei Prozent liegen. Gegen Deutschland, Frankreich und auch Portugal laufen bereits EU-Verfahren wegen einer zu hohen Neuverschuldung. Nach Presseberichten könnte nächstes Jahr auch Italien über die im Stabilitätspakt gesetzte Höchstgrenze für das Haushaltsdefizit rutschen.

8.4.2003 09:25