Rapid blamiert sich im Hanappi-Stadion vs Salzburg
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Die Abschlusstabelle
der Saison 2003/04
·Das war der 10.
Die Trainerwechsel in der Bundesliga
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Torschützen-
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geht als nächster?
UMFRAGE: Wessen Stuhl ist am unsichersten?
Dem österreichischen Fußball-Rekordmeister Rapid Wien droht ein ähnliches "Seuchenjahr" wie in der vergangenen Saison. Mit dem 0:2 am Samstag vor eigenem Publikum gegen Salzburg haben die Hütteldorfer aus sieben Frühjahrespartien gerade sechs Punkte ergattert und dabei nur zwei Tore erzielt. Das bedeutet den Rückfall auf Tabellen-Rang sieben. Der noch zu Jahresbeginn anvisierte Vize-Meistertitel ist Utopie, ein Europacup-Platz in weiter Ferne. Angesichts der tristen sportlichen Situation kündigte Rapid-Boss Rudolf Edlinger, der vor dem Match erfolglos den "Rapid-Geist" beschworen hatte, harte Konsequenzen an.
"Ich bin es leid, eine Enttäuschung nach der anderen zu erleben. Diese inferiore Leistung wird Folgen haben. Das war ein entsetzliches Spiel von Rapid, so kann es nicht weitergehen. Es wird im Sommer Änderungen im Kader geben. Bei einigen Spielern laufen Verträge aus, und ich habe keine Lust, sie zu verlängern", erklärte der frühere Finanzminister, der bei manchen grün-weißen Kickern eine "absurde Einstellung" ortete und Geldstrafen ankündigte: "Es wird maximale Strafmaßnahmen geben, was das Wirtschaftliche betrifft."
Der Jugend eine Chance
Die Hoffnung auf eine Rückkehr ins internationale Geschäft hat Edlinger aufgegeben. "Ich möchte, dass in den letzten Runden die Jungen spielen. Die Saison ist abgehakt, jetzt müssen wir uns mit Anstand aus der Affäre ziehen und die letzten Partien nützen, um uns zu ordnen und auf das nächste Spieljahr vorzubereiten. Diese Mannschaft hat im Europacup nichts verloren. Wir wollen schließlich kein Lachakt sein", erklärte Edlinger, von dessen präsidialer Schelte Kapitän Andi Herzog (dessen Vertrag mit Saisonende ausläuft) explizit verschont blieb. "Seine Einstellung kann ich am wenigsten beklagen."
Harte Worte von Herzog
Trösten ließ sich der ÖFB-Rekordinternationale davon aber nicht. "Ich kann nicht sagen, was ich mir denke, sonst würden mir die Spieler nicht mehr in die Augen schauen. Derzeit hat keiner die Berechtigung, für Rapid zu spielen", fand der Regisseur wie sein Präsident harte Worte. In der ersten Emotion sah der 34-Jährige auch mittelfristig Schwarz für Grün-Weiß. "Wenn das so weitergeht, spielen wir in sieben Jahren auch noch um Platz sieben oder acht."
Hickersberger bleibt gefasst
Ebenfalls deprimiert, aber gefasster als sein Boss und Kapitän, reagierte Trainer Josef Hickersberger auf die erste Heimniederlage in der Meisterschaft gegen die Mozartstädter seit 1998. "Wir sind in einer Krise. Wir haben nicht das Selbstvertrauen, das man durch Erfolge hat. Zwei Tore aus sieben Spielen sind eine Bürde, ein mentaler Rucksack, den viele mit sich schleppen", meinte der frühere ÖFB-Teamchef und machte für die zuletzt erfolglosen Darbietungen nicht die Einstellung seiner Kicker verantwortlich. "Nicht mangelnder Einsatz oder Kampfgeist ist das Problem. Viele wichtige Spieler sind in schlechter Verfassung, wir können einfach keine Tore machen."
Hicke bleibt bis 2004
Im Gegensatz zu manchen Spielern steht Hickersberger selbst nicht zu Disposition. "Das Vertrauen des Präsidenten ist ungewöhnlich, denn normalerweise wird ein Trainer nach so einem Start entlassen", weiß Hickersberger, der durch die mündliche Zusage Edlingers bis 2004 auf der Hütteldorfer Kommandobrücke bleibt. "Verträge sind da, um eingehalten zu werden, und ich bin jemand, der Verträge einhält." Nachsatz: "Aber es gibt Situationen, in denen man nachdenken muss."
Rapid auf Platz sieben
Nun aber zum Spiel. Der Absturz von Österreichs Fußball-Rekordmeister Rapid Wien geht unvermindert weiter. Die Grün-Weißen mussten sich am Samstag in der 28. Runde der Fußball-T-Mobile Bundesliga zu Hause Salzburg mit 0:2 geschlagen geben und rutschten damit in der Tabelle hinter die Mozart-Städter auf Rang sieben ab. Thomas Eder (47. Minute) und Dominik Hassler (55.) besiegelten den ersten Meisterschaftssieg der Salzburger in Hütteldorf seit 1. März 1998.
Aus der Traum vom Europacup
Für Rapid ist damit ein internationaler Startplatz auch in dieser Saison außer Reichweite, aber angesichts der letzten Leistungen kommt dies wenig überraschend. Eine Woche nach der 0:2-Niederlage im neuen Stadion Wals-Siezenheim gab es auch auf eigenem Terrain nichts zu holen. Vereinspräsident Rudolf Edlinger hatte unter der Woche erklärt, dass Josef Hickersberger bis 2004 Rapid-Trainer bleiben soll und die Spieler in die Pflicht genommen, aber die Wirkung der Schelte an die Mannschaft blieb aus.
Spiel dominiert, Tore kassiert
Zwar hatten die Hausherren über die komplette Matchdauer mehr vom Spiel, aber die Tore machten die Gäste. Kurz nach der Pause reagierte Schriebl nach einer Winklhofer-Kerze schneller als Laursen sowie Adamski und bediente Eder, bei dessen Flachschuss war Rapid-Torhüter Payer zwar noch am Ball, aber dieser sprang von der Innenstange ins Netz (47.). Acht Minuten später nützte Schriebl einen Saler-Fehler, der eingewechselte Hassler drückte den Ball nach dem Stanglpass aus kurzer Distanz ins Netz.
Safar verhinderte Rapid-Jubel
Rapid hatte durch Ivanschitz (7., 27.), Hofmann (11., 62.), Herzog (16.), Saler (27.), Wallner (57.) und den neu ins Spiel gekommenen Kienast (81., 87.) zwar einige Möglichkeiten, aber Safar im Salzburg-Gehäuse verhinderte einige Male einen Torjubel für die Gastgeber. Damit bleibt die Truppe von Lars Söndergaard im Frühjahr weiter auf dem Vormarsch: Seit dem 0:1 zum Auftakt gegen die Austria blieben die Salzburger sowohl in Meisterschaft als auch Cup ungeschlagen.
