Austria erfüllte den Cup-Auftrag von Trainer Daum
- Janocko ungewollter Goldschütze gegen Sturm
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Alle Finalspiele: Austria Wien ist Rekordsieger
Der 22-fache Rekordgewinner und Double-Kandidat Austria Wien sowie der SV Salzburg und FC Kärnten, der Siebente und Achte der Bundesliga, erreichten am Dienstag das Halbfinale (13. Mai) des ÖFB-Memphis-Cups, dessen vierter Teilnehmer am Mittwoch zwischen SV Mattersburg und Cupholder GAK komplettiert und dessen Paarungen ebenfalls Mittwoch (20.15 Uhr/ORF 1) ausgelost werden.
Drei Tag nach der 0:2-Blamage gegen Admira zeigte die Austria auf dem Rasen die von Christoph Daum geforderte Reaktion. Mit dem knappen 1:0 gegen Sturm Graz vor nur 3.100 Zuschauern im "Eiskasten" Wiener Horr-Stadion erfüllte die Mannschaft vom Ergebnis her den Auftrag. Spielerisch freilich war noch nicht alles eitel Wonne. "Der Unterschied war heute eine Kleinigkeit, doch die Austria lebt! Es war aber nur der erste Schritt, weitere müssen folgen", kommentierte der Trainer und gönnte den Seinen am Mittwoch einen freien Tag.
Daum: "Erfolg ist wichtig für die Psyche"
"Es war wichtig, dass wir den Kampf angenommen, Laufbereitschaft gezeigt und ansatzweise auch kombiniert haben. Auch wenn das Tor mehr als glücklich war, dieser Erfolg ist wichtig für die Psyche und stimmt mich positiv", sagte Daum, der vor allem in der Abwehr die Souveränität noch vermisste. Seine Mannschaft müsse in der Abwehr und auch im Abschluss noch energischer zu Werke gehen. Man darf gespannt sein, ob die Veilchen am Sonntag im "Rückspiel" gegen die Admira nachlegen.
Dass die Violetten erstmals seit 2000 wieder in der Runde der letzten Vier stehen, hatten sie dem Goldschützen Vladimir Janocko, der den jungen Sturm-Keeper Gratzei mit einer Schuss-Flanke ins lange Kreuzeck überrascht hatte, zu danken. Der Mittelfeldspieler gab hinterher zu: "Ich wollte eigentlich flanken. Ich gebe den Ball so aber öfter vor das Tor, da kann er auch mal hinein gehen." Der Slowake hofft, dass dieser Sieg etwas den Druck nimmt und die Austria wieder besser spielen wird. Der Auslosung sah Daum gelassen entgegen. Egal, wer komme, jeder Gegner sei in dieser Phase schwierig.
Daums deutscher Trainer-Kollege Franco Foda hatte seiner Truppe nichts vorzuwerfen. "Das Tor ist zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, unmittelbar vor der Pause, gefallen. Meine Mannschaft hat 90 Minuten versucht, die Partie zu drehen. Wenn sie so wie heute spielt, die individuellen Fehler abstellt und die Chancen nützt, können wir in der Tabelle Boden gut machen", meinte der Sturm-Coach zu den Perspektiven für das internationale Geschäft im kommenden Jahr.
Salzburg und Kärnten siegten auswärts
Salzburg (2:0 gegen Westliga-Spitzenreiter SPG Wattens/Wacker) und Kärnten (3:1 gegen SV Ried) schafften den Aufstieg in der Fremde mit jeweils zwei Toren Differenz. Im "Westderby" steckte der Goliath vor 11.000 Zuschauern in Innsbruck den 30-minütigen Anfangselan des Davids unbeschadet weg, schlug noch vor der Pause mit einem Doppelpack innerhalb von sieben Minuten durch die Routiniers Pfeifenberger und Laessig zu und ließ sich auch im Finish von einem Ferkel, das über den Rasen lief, nicht irritieren.
"Es war ein typisches Cupspiel", befand der Salzburger Roland Kichler, während Gegner Alfred Hörtnagl, mit dem er einst gemeinsam und erfolgreich für den FC Tirol gekickt hatte, auch nicht so unzufrieden war: "Für einen Regionalliga-Klub sind wir schon sehr gut aufgetreten und recht weit gekommen. Salzburg hat unsere Fehler genützt und verdient gewonnen." Zwei Tore innerhalb kurzer Zeit knapp vor und nach der Pause haben auch in Ried über Aufstieg und Abschied entschieden. "Die ersten zwei Gegentore sind zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt gefallen", meinte Ried-Trainer Gerhard Schweitzer.
Die Innviertler hatten 1:0 geführt, doch mit dem 1:2 war es um sie Geschehen. Der FC Kärnten hatte mit Rüdiger Abramczik in Ried 0:5 verloren, mit dem neuen Trainer Johannes Haubitz glückte die Cup-Überraschung. Seit dem Bundesliga-Aufstieg hatten die Klagenfurter bisher nur einen einzigen Treffer in Ried erzielt .... "Ich habe gemerkt, dass in der Mannschaft Feuer lodert. Auch wenn wir nun im Halbfinale stehen, für uns hat die Meisterschaft Vorrang", sagte der Vorgänger und Nachfolger von Abramczik.
