Berger dementiert Gerüchte über Ecclestone-Nachfolge
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"Fahre bis zu einem Sieg in Heim-GP"
Gerhard Berger dementierte Spekulationen, er strebe die Nachfolge von Bernie Ecclestone als Formel-1-Chef an. "Es ist einfach toll, was ich im Moment alles werden soll", so der 43-Jährige. "Man soll sich im Leben nie zu große Schuhe anziehen." Und Ecclestones Schuhe seien für ihn "einige Nummern zu groß".
Er habe die Entscheidung zum BMW-Ausstieg getroffen, weil er Abstand vom Motorsport haben wolle. Berger verlängert seinen zur Saisonmitte auslaufenden Vertrag nicht und strebt derzeit auch nicht nach anderen Posten. "Ich bin aber sicher, dass mich irgendwann wieder das Fieber des Motorsports packt." Dann wolle er gerne wieder eine Aufgabe bei BMW übernehmen.
Schumi blebt für Berger Favorit
Michael Schumacher bleibt für Gerhard Berger trotz des verpatzten Saisonstarts der Favorit auf den Weltmeister-Titel in dieser Formel-1-Saison. "Ich habe gehört, dass es einige gibt, die Michael Schumacher abschreiben. Das verstehe ich überhaupt nicht", sagte der BMW-Motorsportdirektor in einem dpa-Gespräch am Donnerstagabend in München. "Michael Schumacher und Ferrari - das ist absolut die Messlatte, nach wie vor." Der Ex-Pilot begründete seine Ansicht mit Schumachers Rundenzeiten. In den ersten drei Rennen habe nur einiges für Schumacher "nicht gepasst".
Gute Chancen für McLaren-Mercedes
Gute WM-Chancen räumt er auch den McLaren-Mercedes-Piloten ein. Das eigene Team BMW-Williams stufte Berger als unterlegen ein. "Ich muss leider sagen, unser Auto war nicht auf Anhieb ein Volltreffer." Zwar habe der Williams seiner Ansicht nach mehr Potenzial als derzeit sichtbar. "Allerdings glaube ich nicht, dass das Auto so schnell ist, dass man wirklich Ferrari und McLaren gefährden kann." Nach den ersten drei Rennen, in denen Weltmeister Schumacher nicht auf das Podium kam, führt der finnische Silberpfeil-Pilot Kimi Räikkönen vor seinem Teamkollegen David Coulthard und dem Renault-Fahrer Fernando Alonso. Ferrari-Star Michael Schumacher liegt weit dahinter.
Kritische Worte zur Organisation GPWC
Sehr kritisch äußerte sich Berger über die Bestrebungen der zur Organisation GPWC zusammengeschlossenen Automobilhersteller nach einer eigenen Serie. "Totale Zeit- und Energieverschwendung", nannte er die GPWC in der Zeitschrift "F1 Racing". Zum einen glaube er nicht an zwei erfolgreiche Serien. Außerdem bezweifelt er, dass es Chancengleichheit und einen fairen Wettbewerb geben kann, wenn die Hersteller selbst das Sagen hätten. "Weil sie nicht unabhängig sind." Die GPWC hatte am Donnerstag in München mit den Formel-1-Teamchefs getagt. Eine gemeinsame Erklärung über eine engere Zusammenarbeit wurde unterzeichnet. Demnächst wolle man sich mit Ecclestone und Weltverbandspräsident Max Mosley treffen, hieß es weiter.
Baut BMW eigenes Auto?
Die Verhandlungen über eine mögliche Vertragsverlängerung zwischen BMW und Williams ziehen sich weiter hin. Die Gespräche seien noch im Gange, so Berger. "Momentan sieht es so aus, als werde Williams auch in Zukunft unser Partner sein. Aber das kann sich noch in alle Richtungen ändern." Nach wie vor überlegt BMW auch den Bau eines eigenen Autos nach dem Auslaufen des aktuellen Kontrakts am Saisonende 2004. Nach Angaben von Motorsportdirektor Mario Theissen werden beide Planungen derzeit parallel betrieben. Einen festen Zeitpunkt für den Abschluss des Vertrages gibt es nicht. "Ich gehe aber davon aus, dass es vor Saisonmitte so weit ist", so Theissen.
