EHC Linz mit Auswärtsstärke zum ersten Meistertitel
- Alle Saisonspiele in Villach gewonnen
- Aber auch VSV schrieb eine Erfolgsstory
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Ihre Meinung: Wie geht's mit Österreich weiter?
EHC Linz hat am Sonntag in Villach Neuland betreten: Zum ersten Mal kommt der österreichische Eishockeymeister aus Oberösterreich. Dass der Triumph noch dazu beim Titelverteidiger errungen wurde, ist für Trainer Stanislav Barda und seine Cracks natürlich eine besondere Genugtuung. Denn vor einem Jahr musste man in der eigenen Halle zusehen, wie der VSV den Meisterpokal in Empfang nehmen konnte.
Die Black Wings sind ein würdiger Meister. Sie haben den Grunddurchgang beherrscht, sie waren im Eilzugstempo ins Finale gekommen. Dort gaben sie nur ein Spiel ab, das erste wurde im Penaltyschießen verloren. Es sollte die einzige Playoff-Niederlage bleiben. Zudem gewannen die Black Wings alle fünf Saisonspiele in Villach. Eindrucksvoller hätte man nicht beweisen können, wer die neue Nummer eins im österreichischen Eishockey ist. Erstmals seit 1989 (Innsbruck) geht der Pokal damit nicht nach Kärnten oder Vorarlberg
Abschiedsgeschenk für Barda
Der Titel wurde für Barda zum Abschiedsgeschenk. "Es bleibt dabei, ich werde Linz verlassen", sagte der Tscheche. Doch das heißt nicht, dass er auch Österreich verlassen wird. "Ich würde gerne hier bleiben", betonte er und kann sich sogar vorstellen, bei einem Verein der Nationalliga zu arbeiten. Aber es ist ohnehin Lustenau im Gespräch.
Wer beendet die Karriere?
Wer die Meistermannschaft verlassen wird, ist noch offen. Rick Nasheim, zuvor fünf Mal mit VEU Feldkirch Meister und mit sechs Titeln der erfolgreichste aktive Spieler in Österreich, ist im 41. Lebensjahr. Mike Shea wird im Juni sogar 42, Ray Podloski ist 37, Christian Perthaler ("Mein vierter Titel, und jeden habe ich in Villach gewonnen") wird im Juli 35.
Keine Eintagsfliege
Doch Präsident Wolfgang Steinmayr und Manager Helmut Keckeis werden sicher wieder ein attraktives Team auf die Beine stellen, soll doch Linz als Eishockey-Hauptstadt keine Eintagsfliege bleiben. "Nächstes Jahr werden wir noch stärker. Wir werden einen Top-Stürmer aus Kärnten und einen weiteren Ausländer holen", erklärte Steinmayr.
Vom Letzten zum Vizemeister
Wer vor fünf Monaten gesagt hätte, Villach kommt wieder ins Finale, wäre wohl belächelt worden. Denn damals krebste der Titelverteidiger am Tabellenende herum, waren Zweifel an Greg Holst laut geworden. Vom Letzten zum Vizemeister - das ist durchaus eine Erfolgsstory. Für eine neuerliche Krönung fehlte nicht viel. Auch jenes Quäntchen Glück, das man im entscheidenden Moment braucht. "Wenn wir wieder Meister geworden wären, dann hätte Linz wohl alles falsch gemacht", spielte VSV-Manager Giuseppe Mion auf den finanziellen Einsatz des neuen Champions an.
Am 26. April beginnt Eishockey-WM
Für die Teamkandidaten der beiden Klubs geht es ab Freitag mit dem letzten WM-Trainingslager in Wien weiter. Nach Ostern stehen zwei Länderspiele gegen die Ukraine in Kiew (22. und 23. April) auf dem Programm. Am 26. April beginnt in Helsinki die Weltmeisterschaft mit Gastgeber Finnland, Tschechien und Slowenien als Gruppengegner.
EC Villacher SV - EHC Black Wings Linz 2:4 (1:0,0:2,1:2)
Villacher Stadthalle, 5.000, SR Schiffauer/Längle/Repnik. Tore: Kromp (10.), Hohenberger (47.) bzw. Szücs (24.,53.), Poudrier (27.), Intranuovo (60./empty net)
Strafminuten: zwölf bzw. sechs.
Endstand in der Serie: 3:1 für Linz
Erstes Spiel in Linz: 2:3 n.P.
Zweites Spiel in Villach: 3:2
Drittes Spiel in Linz: 4:2
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