US-Präsident Bush: "Saddams Regime ist Geschichte"
- Briten & USA verstärken Patrouillen in großen Städten
- USA suchen mit Spielkarten nach Saddam (siehe Kasten rechts)
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Wie kann Saddam identifiziert werden?
"Saddams Regime ist Geschichte" - das sagte US-Präsident George W. Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache. "Der Konflikt im Irak dauert an, und unseren Streitkräften könnten noch harte Kämpfe bevorstehen", so Bush. "Doch die Standbilder des Diktators und die Werke seines Terrorregimes stürzen." Angesichts der anarchischen Zustände in den großen Städten haben britische und US-Soldaten unterdessen mit Patrouillengängen begonnen. Die Plünderungen gingen aber vorerst dennoch weiter. Am späten Abend ist es in Bagdad zu zwei schweren Explosionen gekommen.
Dem US-Militär zufolge sollte in Teilen Bagdads rund um die Uhr patrouilliert werden. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) teilte mit, US-Soldaten sicherten ein Wasserwerk und ein Krankenhaus. In Basra im Südirak kündigten britische Truppen den baldigen Beginn von gemeinsamen Streifengängen mit irakischen Polizisten an.
Explosionen in Bagdad
Im Zentrum von Bagdad sind am Samstagabend schwere Explosionen zu hören gewesen. Mindestens zwei Detonationen erschütterten die irakische Haupstadt gegen 23.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ), wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ihr Ursprung war zunächst nicht auszumachen. Am späten Nachmittag hatten sich US-Soldaten in der Nähe des Hotels Palestine, in dem vor allem ausländische Journalisten wohnen, einen heftigen Schusswechsel mit Irakern geliefert.
Bush: "Saddams Regime ist Geschichte"
Das Regime des irakischen Staatschefs Saddam Hussein gehört nach den Worten von US-Präsident Bush der Geschichte an. "Der Konflikt im Irak dauert an, und unseren Streitkräften könnten noch harte Kämpfe bevorstehen", sagte Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache. "Doch die Standbilder des Diktators und die Werke seines Terrorregimes stürzen."
Bush versicherte, die US-Truppen und ihre Verbündeten würden dem Irak bei der Einsetzung einer demokratischen Regierung helfen und dann das Land verlassen. Bald werde das irakische Volk seine Führung frei wählen können. "Während das Volk im Irak die Ankunft der Freiheit feiert, feiert Amerika mit ihm", sagte der US-Präsident.
Freiwillige sollen Chaos in Bagdad beenden
Drei Tage nach ihrer Einnahme Bagdads haben die US-geführten Truppen irakische Freiwillige rekrutiert, um das Chaos in Bagdad zu beenden. Mehr als hundert Iraker folgten am Samstag einem US-Aufruf, bei der Wiederherstellung von Recht und Ordnung zu helfen. In der Nähe des Hotels Palestine, in dem ein Sicherheitstreffen zwischen irakischen Polizisten und US-Militärs stattfand, lieferten sich US-Soldaten Schusswechsel mit Bewaffneten.
Katastrophale Zustände in Krankenhäusern
Die Lage in den Krankenhäusern in Bagdad ist nach Angaben des Roten Kreuzes weiterhin katastrophal. Auch am Samstag sei dort eine medizinische Versorgung praktisch nicht möglich gewesen, sagte die Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Antonella Notari, in Genf. Allerdings hätten US-Truppen inzwischen mit der Bewachung der Wasserzufuhr zum "Medical City Hospital", einem großen Spitals-Komplex in Bagdad, begonnen. Das sei das erste Ergebnis von Gesprächen mit den Invasionstruppen über die angespannte Sicherheitslage in der irakischen Hauptstadt.
Bald Ende der Anarchie?
Erstmals seit dem Fall Bagdads am Mittwoch fuhr wieder ein irakisches Polizeiauto durch die Innenstadt, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Drei Beamte in Zivilkleidung saßen in dem Fahrzeug. Sie hätten den Aufruf der USA im kuwaitischen Rundfunk gehört, sagte einer von ihnen. Nach US-Angaben sollten auch Patrouillen von Marineinfanteristen dazu beitragen, den seit Tagen andauernden Plünderungen ein Ende zu setzen. Washington will in den kommenden Wochen zudem knapp 1200 hochrangige Polizeibeamte, Sicherheitsberater und Rechtsexperten nach Bagdad schicken. Die Untätigkeit der alliierten Truppen angesichts der Plünderungen der vergangenen Tage war international heftig kritisiert worden.
59 Militärs verhaftet
Die US-geführten Truppen nahmen nach eigenen Angaben im Westen Iraks 59 Militärs von zunächst unbekannter Herkunft fest. Sie hätten Briefe mit Belohnungs-Angeboten für die Tötung von US-Soldaten sowie 630.000 Dollar bei sich gehabt.
300 Exil-Iraker, die in der südungarischen US-Militärbasis Taszar ausgebildet wurden, sollen die südirakische Stadt Shatra kontrollieren, berichtet die Ungarische Nachrichtenagentur MTI am Samstag.
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