Donnerstag, 10. April 2003

US-Rätselraten: Wie kann Hussein identifiziert werden?

  • Es gibt kein DNA-Vergleichsmaterial wie Haar, Blut, Speichel
  • PLUS: Wo ist Saddam? Die möglichen Verstecke des Diktators!

Ist es der "echte Saddam" - oder einer seiner Doppelgänger? Um diese Frage - im Fall eines Leichenfundes - klären zu können, müsste eine 100-prozentige Identifizierung möglich sein. Und genau das scheint schwierig: Es gibt - laut offiziellen Beteuerungen - kein "Vergleichsmaterial". Gemeint sind Haare, Blut oder Speichel.

Auch in den USA wird heftigst spekuliert, wie die Leiche Saddams identifiziert werden könnte. US-Fernsehsender befragten Fachleute zu den verschiedenen wissenschaftlichen Methoden. Geheimdienstkreise wurden mit den Worten zitiert, man könne versuchen, "an zahnärztliche Unterlagen heranzukommen", um sie mit etwaigen Zähnen in den Trümmern zu vergleichen. Auch mit Hilfe von Biometrik könnten Analytiker der Identität auf die Spur kommen: Sie könnten Körperteile mit früheren Fotos von Saddam vergleichen.

Am sichersten, so heißt es, wären natürlich DNA-Tests. Aber auch die US-Seite muss da einräumen, dass ihnen kein Haar Saddams, keine benutzte Zahnbürste und auch kein Trinkglas mit Speichel vorliegen - geschweige denn eine Blutprobe.

Der Vergleich mit DNA-Proben von engen Verwandten, bevorzugt mütterlicherseits, wäre weniger konkret als ein direkter Vergleich mit einer Probe von Saddam, könnte aber zumindest Aufschluss über die Familienzugehörigkeit geben. Aber auch hier gilt es als wenig wahrscheinlich, dass die USA über derartiges Material verfügen. "Das war bisher nicht unsere Priorität", sagt ein Regierungsbeamter.

Zunächst bleibt jedoch ein anderes Thema vordergründig: Wo ist Saddam bzw. eventuell Saddams Leiche? Im Kasten rechts finden sie eine Übersicht, wo US-Marines jetzt nach dem Ex-Diktator suchen.

10.4.2003 15:31