Saddam Husseins schneller Sturz
- Bagdad nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen
Zielobjekt Saddam: Nach der Einnahme von Bagdad intensivieren U.S. Special Forces die Suche nach dem irakischen Staatschef. Die Analyse: Brigadier Gerald Karner über das bevorstehende Ende des Krieges.
Als den Einwohnern Bagdads dämmerte, daß es mit dem Regime der Unterdrücker ein für allemal vorbei ist, gab es kein Halten mehr. Tausende strömten auf die Straßen, setzten Saddam-Bilder in Brand, jubelten US-Marines zu. Und während sich US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im fernen Washington an den Fall der Berliner Mauer erinnert fühlte, kippte die irakische Hauptstadt ins Chaos.
Mittwoch, 9. April, nachmittag: Ein entfesselter Mob dringt in Kasernen, Behördengebäude und Forschungsinstitute ein und plündert alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Institutionen der verhaßten Diktatur verwandeln sich binnen weniger Stunden in Selbstbedienungsläden: In einem Depot mit Regierungsfahrzeugen decken sich Irakis mit neuen Autos ein. Aus der Zentrale der staatlichen Ölhandelsgesellschaft stehlen sie Computer: Nehme sich, wer kann, lautet das unausgesprochene Motto des Tages, an dem Bagdad fiel.
Während in der Innenstadt von Bagdad der Fall des Regimes gefeiert wurde, lieferten sich am Mittwoch US-Marines und irakische Einheiten in einigen Teilen der Hauptstadt noch heftige Gefechte. Auch in der Umgebung von Mosul und Saddam Husseins Heimatstadt Tikrit tobten immer noch blutige Kämpfe.
Wo der Führer am Tag seiner Niederlage war, blieb im dunkeln. Wir wissen nicht, wo Saddam ist, erklärte Rumsfeld am Mittwoch, es ist schwierig, eine einzelne Person zu finden. Er ist nirgends aufgetaucht. Vielleicht versteckt er sich in einem seiner Tunnels oder Bunker.
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PLUS:
Kommentar: Das Regime hat keinen Zugriff mehr
Machtwechsel: Reporter Thomas Seifert erlebte den historischen Tag mit, an dem das Regime von Saddam Hussein sein plötzliches Ende fand.
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