Portisch über die bisherige Bilanz des Krieges
- KRIEGSZIEL: "Das Wahre Ziel? Die Ölreserven in Nahost"
- KRIEGSKOSTEN: "Viel Blut und Leben, 300 Milliarden Dollar"
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Hugo Portisch analysiert exklusiv für NEWS den Krieg gegen den Irak! Der Experte über die wahren Motive von George Bush, den militärischen Sieger, Saddam Hussein, die Zukunft des Irak und die Welt nach der Schlacht um Bagdad.
NEWS: Die Fernsehbilder aus Bagdad suggerieren: Der Krieg ist so gut wie beendet. Die Amerikaner haben gesiegt. Ist das so?
Portisch: Sie sind dabei zu siegen. Dass sie siegen werden, daran bestand bei dieser gewaltigen militärischen Überlegenheit von Anfang an kein Zweifel. Aber zum Siegen gehört mehr, als nur den Gegner militärisch niederzuringen. Gesiegt hat man erst, wenn man seine Kriegsziele erreicht hat.
NEWS: Aber ihre Kriegsziele haben die USA dauernd gewechselt. Zuerst das Aufspüren von Massenvernichtungswaffen, dann der Regimewechsel, schließlich die Neuordnung des Nahen Ostens. Worum geht es wirklich?
Portisch: Diese vorgegebenen Ziele verdeckten wohl das wahre Ziel: die Ölreserven des Nahen Ostens sicherzustellen die zweitgrößten im Irak bei gleichzeitiger Absicherung der größten in Saudi-Arabien.
NEWS: Washington hat immer bestritten, dass es um das Öl geht
Portisch: Mit dieser Begründung hätte man kaum die Unterstützung der Bevölkerung für den Krieg erhalten und wahrscheinlich auch keine Koalition der Willigen zustande gebracht. Henry Kissinger sagte mir einmal, wenn die USA in den Krieg gingen, müsste es immer ein Kreuzzug sein, sonst gäbe es keine Unterstützung durch die Bevölkerung. Das heißt: Es muss ein hehres Kriegsziel geben, ein moralisch begründetes. Daher spricht Bush von einer Achse des Bösen und von einem göttlichen Auftrag, den er zu erfüllen hat. Und aus Saddam Hussein wurde ein bin Laden gemacht, der die USA, ja die Welt mit Massenvernichtungswaffen bedroht.
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